7. Spieltag: Rot Weiss Essen – Eintracht Frankfurt

Freitag, 1.10.2004

Rot Weiß Essen – Eintracht Frankfurt

Endstand: 4-4

Zuschauer: 20000 (3500 Hessen)


 

Der 7. Spieltag stand bevor. Die junge Mannschaft unserer Frankfurter Eintracht hatte bis dato eine sehr passable Leistung abgeliefert, die allerdings nicht immer in Punkte umgewandelt werden konnte. Dies sollte heute mit dem ersten Auswärtsdreier beim Aufsteiger Essen geändert werden.
Da das Spiel Freitags stattfand und wir schon vier Wochen zuvor beim Auswärtsspiel in Köln daran gehindert wurden, hieß es nach dem Spiel auf in die Düsseldorfer Altstadt. Chaot bot sich an, zu fahren, da er nach der Kerb bis einschließlich 1.10. eine schöpferische Pause, was den Alkohol betrifft, einlegte.
So ging die Reise um 14.00 Uhr im Kneipenbusjen los. Mit an Bord waren Chaot, Steebo, Freak, White, Babilonier und Mr. (abgelaufenes) Stadionverbot. Die Hinfahrt verlief, bis auf eine Einlage unseres Freaks, bei der er sich mit einer Bierflasche fast das Auge ausstach, ereignislos. Nach einigen Staus kamen wir um ca. 18.30 Uhr in der Essener Innenstadt an. Wir parkten in irgendeinem abgelegenen Industriegebiet, da rund ums Stadion alles zu geparkt war und sich Chaot weigerte irgendwo auf dem Mittelstreifen oder auf einer Wiese zu parken. Naja. Jeder Gang macht schlank. Allerdings ist Essen ja als sehr gefährliches Pflaster bekannt, so dass wir schon einiges auf dem Hinweg erwarteten. Es blieb aber alles ruhig. So standen wir dann ca. 10 Minuten vor dem Anpfiff im Stadion, und hängten erstmal unser Banner auf und zogen die Schwenkfahnen auf die Stöcke. Ja ihr lest richtig. Es war mal wieder alles erlaubt. Wahnsinn! So gab es auch ein sehr gutes Intro. Mit ca. 15 Schwenkern, zig DH´s und kleinen Fähnchen gab der komplett überdachte Gästeblock auf der Hintertortribüne ein sehr farbenfrohes Bild ab. Auch die Stimmung war von Anfang an sehr gut. Auf dem Platz begann vom Anpfiff an ein Schlagabtausch, der sich bis weit über die 90ste Minute hinauszog. Zur Halbzeit stand es nach zweimaliger Führung der Eintracht 2-2. Kurz nach dem Wiederanpfiff konnten die Essener mit 3-2 in Führung gehen. Nun war die Eintracht im Dauerangriff. Vergab Chancen um Chancen. Zu diesem Zeitpunkt hätte es locker 6-3 für die SGE stehen können. Dann wurde Benjamin Köhler im Strafraum vom Essener Keeper von den Beinen geholt. Aber der Elfmeterpfiff blieb aus. Super! Kurz darauf tobte aber der komplette Gästeblock, den das 3-3 war geschafft. Diese Freude hielt aber nicht lang, denn die Essener konnten wieder mit 4-3 in Führung gehen. Die letzte Viertelstunde kamen die Essener nicht mehr aus ihrer Hälfte heraus. Die Eintracht warf nun alles nach vorn. Das Stadion glich einem Hexenkessel. Wahnsinn! In der 91. Minute hatte die Eintracht noch mal Eckball. Der Ball fliegt rein, und Christian Lenze bugsiert das Leder über die Linie. 4-4 in der Nachspielzeit. Der Gästeblock rastete nun vollkommen aus. Alles lag sich in den Armen. So jetzt konnte man ja mit gutem Gefühl im Magen nach Düsseldorf fahren und ein paar Alt auf ein Superspiel trinken. Aber es kam wieder alles anders.
Nachdem die Mannschaft noch gebührend gefeiert wurde, gingen die ersten Leute aus dem Block. Kurz darauf stockte es und man hörte von draußen lautes Geschrei, Geschepper, Sirenengeheul usw. „Das kann ja noch ne Weile dauern“ dachten wir uns. Und so vertrieben wir uns die Zeit mit Shakerfotos.
Nach knapp einer Stunde durften wir dann endlich den Block verlassen. Was uns draußen erwartete übertraf die kühnsten Vermutungen. Der komplette Stadionvorplatz war von Polizisten umstellt. Überall lagen Scherben, kaputte Stühle, zerdepperte Kloschüsseln und Waschbecken. Im Gästeklo war nichts mehr. Einzig die Fliesen an der Wand. Alles zerstört. Am Ende der Straße war eine weitere Polizeikette, hinter der ein ca. 300 Mann starker Mob der Essener Spaßgesellschaft stand und nur darauf wartete das die Kette aufging. Nach einigen Erzählungen wurde dann klar was passiert war. Die Essener hatten schon auf dem Vorplatz auf die Frankfurter gewartet und sofort mit Flaschen und Steinen auf die SGE-Anhänger geworfen, die natürlich „antworteten“. So muss es zu großen Schlägereien gekommen sein, die die Polizei nur damit zu beenden gedachte in dem sie den Frankfurter Mob mit Hilfe von Pfefferspray zurück in den Gästeblock, bzw. hinter den Zaun vor dem Gästeblock drängte. Dies führte dazu, dass die Frankfurter in ihrer eingeengten Situation das komplette Klo auseinandernahmen und es auf der Polizei entsorgten. Es kam auf allen drei Seiten (Essen, Frankfurt und Polizei) zu einigen Verletzten, von denen auch welche im Krankenhaus behandelt werden mussten.
Nun standen wir auf der Hafenstraße. Diese war mit noch ca. 1000 Mann gut gefüllt. Die Polizei trieb so langsam aber sicher die Essener immer weiter vom Stadion weg. Allerdings wussten wir ja, dass wir noch einen kleinen Fußweg vor uns hatten, der uns in eine abgelegene dunkle Seitenstraße führen würde. Sehr rosige Aussichten also. Nach einer Weile hatte es die Polizei geschafft die ganzen Fanbusse mit ihren Insassen zu besetzen und diese unter Polizeischutz aus der Stadt zu begleiten. Nun standen noch ca. 500 Mann da, die entweder mit dem eigenen PKW oder mit der Bahn angereist waren. Nach weiteren 45 Minuten kamen dann etliche Stadtbusse, die die Leute mitnahmen, die zum Bahnhof mussten. Jetzt waren es noch ca. 150 Mann die darauf warteten unbeschadet zu ihren hoffentlich noch fahrbereiten Autos zu gelangen. Es dauerte wieder eine Weile bis mehrere Mannschaftsbusse der Polizei anrollten um weitere Verstärkung zu stellen. Irgendwann merkten wir, dass es unser Steebo mal wieder geschafft hatte, der Polizeikette zu entkommen, da er nämlich ca. 50m hinter der Kette am Straßenrand stand. Um ca. 23.15 Uhr war es dann soweit. Wir durften den Weg zu unserem Bus antreten. Die Essener Hools wurden der Zeit in einer Tankstelle festgehalten, die mit einer Hundertschaft umstellt war. Der Tankwart wird sich gefreut haben. Trotz allen Befürchtungen kamen wir unbeschadet zu unserem Busjen, an dem sich auch niemand verging (trotz das es nicht abgeschlossen war). Allerdings war es nach einstimmiger Meinung jetzt viel zu spät um noch irgendwas gescheites in Düsseldorf zu machen. Wir wären nicht vor 0.00 Uhr in Düsseldorf gewesen und der Andy hätte ja auch noch heimfahren müssen. Also länger wie 1-2 Stunden wären wir nicht dort gewesen. Das hätte es nicht gebracht. Also wurde es wieder nichts mit unserer Altstadttour.
So fuhren wir direkt (nein, über Umweg Burger King) nach Hause, wo wir um ca. 1.30 Uhr ankamen. Ein sehr erlebnisreicher Tag ging somit zu Ende.
Noch ein kleiner Hinweis an die höheren Kräfte:
IHR HABT NOCH NICHT GEWONNEN! WIR KOMMEN NOCH NACH DÜSSELDORF!!!

Gez. Teddy

 

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