3. Spieltag: Hansa Rostock – Eintracht Frankfurt

Samstag 16.08.2003

FC Hansa Rostock – Eintracht Frankfurt

Endstand: 3 – 0

Zuschauer: 19500


 

Nachdem unsere Mannschaft die ersten beiden Spiele vergeigt hatte, war es an der Zeit die ersten Punkte in der Bundesliga zu holen. Für diese (die größte dieser Saison) Strecke sollte das allzeit bewährte Busjen der Mömlinger Kneipe herhalten. Allerdings warnte uns der Besitzer gleich vor, dass der Bus am Vortag erst von einer zweiwöchigen Portugalreise zurückkehren würde, und er uns somit nicht garantieren könne, dass der Bus fahrtauglich sein würde. Wir sagten trotzdem zu, da es ja nichts günstigeres für uns gibt. So zwei Wochen vor dem Spiel dachten wir uns aber dann doch, dass es vielleicht besser wäre, wenn wir uns einen Neuner irgendwo mieten würden, damit wir sicher einen Bus haben und nicht mit unseren Autos nach Rostock eiern müssen. Also schwang ich mich ans Telefon und rief sage und schreibe 36 Autovermietungen an. Von diesen 36 Autovermietungen hatten ZWEI einen Bus für dieses Wochenende frei. Der eine wollte 360 Euro (Wucher!) und bei dem anderen musste man 21 sein, was auch scheiße war, denn dann hätte Patrick den Bus nicht fahren dürfen und ich wollte eigentlich nicht die komplette Strecke alleine fahren. Außerdem hätte es sowieso nicht geklappt, denn ich hätte den Bus in Hanau holen müssen, musste an diesem Tag aber Doppelschicht arbeiten. Also hieß es nun auf´s Kneipenbusjen hoffen. Am Freitag den 15.08., also 1 Tag vor dem Spiel, erreichte uns die Hiobsbotschaft: Der Bus hatte auf der Rückfahrt von Portugal einen Unfall und war nicht fahrtauglich! Super!
Nun hieß es Alternativen zu suchen. Ich rief noch mal tausende Autovermietungen an, wurde aber jedesmal ausgelacht. Steeb versuchte bei der Bahn einen günstigen Tarif für acht Personen rauszuschlagen, aber unter 380 Euro pro Nase konnte er nichts bekommen. Auch die letzte Möglichkeit, mit irgendeinem Fanclub mit dem Bus mitzufahren, scheiterte, da alle Busse komplett voll waren.
Jetzt war es absolute Gewissheit: Wir mussten mit eigenen Autos fahren. Wie soll es auch anders sein, mussten wieder Steeb und ich unsere fahrbaren Untersätze zur Verfügung stellen. Typisch! Samstag früh um Fünf Uhr trafen wir uns zur Abfahrt bei mir. Mein Auto wurde gefüllt von Mr. Wilz, J. J. (Jäger Jäger) und Schrankenwärter Jens Simon. Beim Steeb fuhren Freak, Dummbach und Pit-Bull mit.
Die ersten paar Hundert Kilometer geschah nicht viel. Irgenwo zwischen Hannover und Hamburg trafen wir uns wieder zum Frühstücken beim Mc, direkt neben der Ralf Schumacher Kartbahn. Nachdem wir auch in diesem Mc einen bleibenden Eindruck hinterlassen hatten, fuhren wir dann weiter gen Rostock. Laut Streckenkenner Steeb mussten wir bis Lübeck fahren und dann quer rüber nach Rostock. Allerdings stand kurz nach Hamburg schon Rostock angeschrieben, was mich ein wenig verwirrte, ich aber doch weiter Richtung Lübeck fuhr. Kurz darauf rief ich dann doch Steebo an und fragte ihn, ob ich nicht doch die Autobahn hätte wechseln müssen. Natürlich hätte ich wechseln müssen meinte Steeb sofort und ich hatte wieder meinen Prass. Als ich die nächste Ausfahrt rausfuhr um zu drehen, schaute ich mir die Sache mal auf dem Atlas an und stellte fest, dass ich mich doch nicht geirrt hatte, und die Strecke über Lübeck um einiges kürzer ist als die andere.
Irgendwann stand dann auch Rostock angeschrieben und eine KM-Anzahl von 110 hintendran. Daraufhin rief ich wieder beim Steeb an, um zu erfahren wie weit sie es noch nach Rostock hatten. Er erzählte mir, dass sie noch eine Strecke von 190 km zurücklegen müssten. Dies erfreute mich wieder ein wenig. Aber nachdem die Autobahn von Lübeck nach Rostock nicht komplett ausgebaut ist, und man die ersten 30 km auf der Landstraße verbringen muss, auf der wir ca. 1 Stunde im Stau standen, kamen wir dann doch fast zeitgleich in Rostock an, wo wir uns dann auch wieder trafen um gemeinsam auf einen Parkplatz zu fahren. Allerdings gab, bzw. fanden wir keinen Parkplatz, so dass wir einfach irgendwo in Stadionnähe am Straßenrand parkten.
Nachdem wir erst mal ein Bierchen getrunken hatten und uns zum wiederholten Male darüber amüsiert hatten, dass Steebo auf unrasierte —— (zensiert) steht, gingen wir Richtung Stadion. Natürlich hatten wir genau auf der falschen Seite des, auch schon von außen schönen, Stadions geparkt, und mussten deshalb durch irgendwelche Ruinenghettos von Rostock zum Eingang des Gästeblocks gelangen. Dies glückte uns auch irgendwie. Und als wir die genauen Kontrollen der Ordner überstanden hatten, machten wir uns erstmal an den Würstchenstand. Ich bestellte mir eine Bratwurst und eine Cola. Allerdings wusste ich zu diesem Zeitpunkt nicht wie ekelhaft diese VITA Cola wirklich ist. Einfach zum Kotzen.
Dann suchten wir uns im noch ziemlich rar gefüllten Block einen Wellenbrecherplatz, den wir auch oben im Eck noch fanden. Der Stehblock für Gäste ist mit 2600 Plätzen eigentlich sehr groß. Er ist zweigeteilt und nur der untere Teil wurde geöffnet, was aber für die Stimmung besser war, denn dadurch stand der ca. 800 Mann starke Gästeanhang ziemlich eng beieinander und nicht im ganzen Block verteilt.
Zum Intro war nicht viel geboten, da mal wieder alles verboten war. Es wollte auch nicht so richtig gute Stimmung aufkommen, denn unsere Mannschaft wurde nach allen Regeln der Kunst vorgeführt. Meiner Meinung nach das schlechteste Spiel der Adlerträger das ich je gesehen habe. Nach 60 Minuten stand es dann 3-0 für Rostock und es war kein Hauch von Aufbäumen zu sehen. Jones, der in der Halbzeit eingewechselt wurde, trabte nur auf dem Platz rum, als ob er auf einer Modenschau wäre. Bis auf Oka und Uwe war keiner dabei der nur annähernd Erstliganiveau an den Tag legte. Einfach schrecklich. Dies bekamen, bis auf die beiden obengenannten (O-Ton Steeb: Oh nein! Jetzt denkt er, er soll zu Juve wechseln.), die Spieler nach Abpfiff auch zu spüren. Insbesondere Jermaine Jones, der übelst ausgepfiffen wurde. Richtig so! Verschwind doch zu Leverkusen, du Arschloch!
So ging es mit ziemlich mieser Laune wieder Richtung Auto. Auf der Rückfahrt entschieden wir uns Kolonne zu fahren, und so fuhr ich Steebo hinterher. Zu diesem Zeitpunkt dachte ich nicht, dass ich die gesamte Strecke ohne größere Ruhepause überstehen würde. Denn ich war doch ziemlich müde. Allerdings hielten mich meine Mitfahrer durch Gespräche bei Laune. Bei Lübeck standen wir wieder auf dieser scheiß Landstraße im Stau. Aus den beiden Fahrzeugen wurden zwei Parteien, die sich andauernd gegenseitig bepöbelten. Plötzlich sah ich am Straßenrand eine Nische, auf die ich auch sofort auffuhr, und Steeb tat mir nach. Sofort sprangen alle acht Mann aus den Autos und rannten wie bekloppt aufeinander los um sich zu kloppen. Die Gesichter der Fahrer, die im Stau standen, waren einfach nur geil.
Danach fuhren wir weiter, wobei wir weiterhin Party im Stau machten. Jens schob seinen Schädel aus dem Schiebedach und stimmte andauernd Lieder an, die dann von beiden Autoinhalten gesungen wurden. Schon irgendwie geil! Dann ging es auch irgendwann wieder normal weiter. Bei Hannover fuhren wir dann auf einen Autohof, um unsere Autos zu betanken und um uns beim Mc zu stärken. Nach einer guten halben Stunde ging es dann weiter. Mittlerweile war es dunkel und es wurde immer schwerer Steeb zu folgen. Vor allem deswegen, weil Herr Steeb sich an keine einzige Geschwindigkeitsbeschränkung hielt.
Nachdem es ca. 100 km durch die Kassler Berge auf 120 beschränkt ist, verlor ich Steeb aus den Augen, der weiterhin durchgehen 170 fuhr. Aber nachdem es dann wieder freigegeben war trat ich auch aufs Gas und fuhr 210 km/h wo es nur ging. Kurz vor Fulda überholte ich dann wieder die anderen. Wir machten aber kurz darauf nochmal ne kleine Pause, so dass das Steebche Auto doch zuerst in der Heimat war. Das mit Abstand wohl schrecklichste Auswärtsspiel meiner „Karriere“.

Gez. Teddy

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