19. Spieltag: Bayer Leverkusen – Eintracht Frankfurt

Samstag 07.02.04

Pillendreher – Eintracht Frankfurt

Endstand: 1 – 2

Zuschauer: 22500 (ausverkauft)


 

Endlich wieder ein Auswärtsspiel! Das erste nach der Winterpause. Es ging nach Leverkusen, zum Tabellendritten. Eigentlich eine klare Sache, doch hoffen kann man ja immer. Die Winterpause wurde von der Kneipe genutzt, das Busjen für ca. 2000 Euro reparieren zu lassen, so dass wir ein vollfunktionstüchtiges Gefährt zur Verfügung gestellt bekamen.
Dummerweise musste ich an diesem besagten Samstag in die Schule. Ich machte mit Steebo aus, dass sie mich um halb eins an der Schule abholen sollten. Dann müsste die Zeit noch locker reichen. Da die Schule mal wieder voll fürn Arsch war, verließen Stadtko, Otto und ich die Schule um halb zwölf und gingen in den nahegelegenen Kentucky um uns zu stärken. Ich rief Steebo an, um ihm mitzuteilen, dass sie mich dort abholen sollten.
Um 12.30 Uhr kam dann das blaue Chaosmobil mit folgenden Insassen: Steebo, Mr. Stadionverbot, Wilz, Tirreg, Freak, Whity und Jaime. Wir hatten eingentlich vor, bis Leverkusen durchzufahren, doch bei diesen Saufbrüdern war dies natürlich nicht möglich. So mussten wir einmal in Montabaur halten und dann standen wir noch kurz vor Köln im Stau. Hier wurde kurzerhand der Standstreifen zum Parkplatz umfunktioniert.
Um halb drei erreichten wir Leverkusen. Nun hieß es einen Parkplatz zu finden. Dies stellte sich als reichlich schwierig heraus, wenn man die Entfernung zum Stadion noch relativ gering halten wollte. Irgendwann fanden wir dann einen Stellplatz im Halteverbot in einer Seitenstraße. Von hier aus ging es dann schnurstracks zum Stadion, wo wir noch die Flyer für unseren geplanten Berlinbus aufhängen wollten. Am Stadion angekommen gingen wir zum Eingang, wo uns verboten wurde, die Zettel für den Bus mit hineinzunehmen, weil, und jetzt kommts, weil diese Aktion nicht angemeldet war. Echt ein Witz. Aber man ist ja nichts anderes mehr gewohnt in deutschen Stadien. Steebo diskutierte noch eine Viertelstunde mit dem Ordner, ehe er wutentbrannt auch ins Stadion kam. Wir postierten uns ganz außen im Block, da der Rest schon brechend voll war. Die Stimmung war von der ersten Minute an wieder mal sensationell. Sogar die Sitzplätzler beteiligten sich 90 Minuten am Support.
Zum Spiel: Normalerweise hätten wir nach einer Viertelstunde mit 3:0 hinten liegen müssen, aber der Dummheit eines gewissen Dimitar Berbatovs war es zu verdanken, dass wir noch im Spiel waren. Umso überraschender war die Führung unsererseits nach guten 20 Minuten durch einen Kopfball von Neuzugang (aus Leverkusen!!!) Ingo Hertzsch. Der Block war völlig am ausrasten. Von nun an sollten auch die letzten paar Leverkusener, die ein wenig Stimmung machten, verstummen. Leverkusen versuchte zwar vehement den Ausgleich zu erzielen, aber im Gegensatz zu den ersten 20 Minuten standen wir sehr gut in der Abwehr und hatten mit Oka Nikolov einen an diesem Tag sehr gut aufgelegten Torhüter. So ging es also mit 1:0 für uns in die Halbzeit. Zur zweiten Halbzeit kam bei den Bayerkicker Oliver Neuville. Hierbei hatte ich gleich ein dummes Gefühl. Und Leverkusen legte auch gleich richtig los. Eine Chance folgte auf die nächste. Aber immer wieder das Unvermögen der Leverkusener oder Super-Oka verhinderten den Ausgleich. Plötzlich hatten wir eine riesengroße Konterchance durch Amanatidis, der allein auf Keeper Butt zulief, aber kurz vor dem Schuss durch Jens Nowotny gestört wurde und ins Straucheln geriet, sich aber nicht fallen ließ, sonder noch versuchte den Ball reinzumachen, was aber nicht gelang. Scheiße!, dachte sich jeder, das wäre es gewesen. Noch dümmer das im Gegenzug der Ausgleich durch, natürlich, Oliver Neuville fiel.
Wer jetzt aber dachte (und das dachte jeder), dass die Eintracht zusammenbrechen würde, hatte sich getäuscht. Es wurde weiter geackert und gekämpft, was das Zeug hielt. Dieser Kampfgeist wurde zehn Minuten vor Schluss mit dem verdienten 2:1 Führungstreffer durch Neuzugang Amanatidis belohnt. Einen derartigen Torpogo habe ich selten erlebt. Einfach genial. Die letzten Minuten der Partie waren schrecklich. Bitte das Ergebnis über die Zeit bringen und nicht noch den Ausgleich erzielen. Aber irgendwann war es dann soweit, der Schlusspfiff ertönte. Alles lag sich in den Armen. Der nie für möglich gehaltene Auswärtserfolg ist eingetreten. Nachdem die Mannschaft gebührend gefeiert wurde, und noch eine Humba zum Besten gegeben wurde, verließen wir dann auch das Stadion, und wollten zum Bus zurück.
Allerdings stellte sich dies wieder mal als sehr schwierig heraus. Wir mussten eigentlich nach links weg, was aber durch eine Polizeikette verhindert wurde. „Ihr dürft nicht auf Leverkusener treffen“, war die einstimmige Meinung aller Grünen. Das aber die Leverkusener, die von links kamen und nach rechts Richtung Bahnhof wollten, durchgelassen wurden, sagt doch schon wieder alles. Wir erkundigten uns bei einem Ordner, wie weit es denn nach rechts wäre, bis eine Brücke über den dort am Weg entlang fließenden Fluss käme. Der Ordner, der sehr freundlich war, erklärte uns, dass es nur ca. 500 Meter bis zu besagter Brücke wären. So folgten wir dem gesamten Mob, der Richtung Bahnhof unterwegs war. Nur wie soll es auch anders sein; an der Brücke angekommen, war diese natürlich auch von Polizisten verriegelt. Und es wurden nur Leverkusener durchgelassen. Dummbach und Freak konnten es natürlich nicht lassen, und schmetterten den Polizisten ein paar tolle Sprüche an den Kopf. Dadurch wurde es für mich schwerer mit den Beamten vernünftig zu diskutieren. Es hieß dann, wen der Mob vorbeigezogen wäre, könnten wir durch. Ich wollte dann zu Steebo, doch der war weg. Einfach verschwunden. Auf einmal erblickte ich ihn auf der anderen Seite der Blockade. Wie war der Kerl da schon wieder durchgekommen. Später stellte sich heraus, das er sich bei einigen vorbeilaufenden Leverkusenern ein Kind schnappte und als „Familienvater“ durch die Polizeisperre ging. Das Kind wird sehr wahrscheinlich bleibende Schäden davontragen. Auf diesem Weg möchte ich mich bei den Eltern des Kindes entschuldigen.
Als aber nach Vorbeiziehen des Mobs immer noch kein Durchlass war, wurden wir langsam ungeduldig, und Dummbach stand kurz vor einer Festnahme. Plötzlich kamen zwei Kerle angeschlappt, die uns ansprachen, auf was wir den warten würden. Nachdem wir ihnen erklärt hatten, dass wir nur zu unserem Bus wollten, die Staatsmacht uns aber nicht ließe, gingen die Kerle zu der Polizei und kurz darauf durften wir durch die Absperrung. Es stellte sich heraus, das die beiden Szenekundige Beamten aus Frankfurt waren, die Undercover unterwegs waren. Sie begleiteten uns noch bis an unseren Bus, der natürlich mit einem 15-Euro-Knölchen geschmückt war. Wir bedankten uns bei den echt netten Polizisten und begaben uns in unseren Bus.
Die Rückfahrt verlief eigentlich sehr ereignisarm. Wir hielten an unserem Stammmägges in Ransbach und waren gegen 21Uhr wieder in Kleinostheim.
3 Punkte für den Klassenerhalt, geiler Support, Polizei- und Ordnerwillkür. Wieder mal einiges geboten an diesem Tag.

Gez. Teddy

 

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