UEFA Cup: A.S. St. Etienne – Werder Bremen

18.03.2009
UEFA Cup
A.S. St. Etienne – Werder Bremen
Zuschauer: 33500 (500 Fische)
Endstand: 2-2


Es ist Samstag und meine Eintracht spielt gegen Hoffenheim. Da ich dank verschiedener Personen im Vorstand und Trainerteam momentan sehr wenig Lust auf die Eintracht habe wollte ich keinen Urlaub opfern und bin schaffe gegange. Als ich aus der Firma Abends raus laufe klingelte das Handy und der Hamann aus Schaafheim war dran. Er wollte nur mal fragen ob Interesse besteht am folgenden Donnerstag mit nach Frankreich zu fahren. Ich muss zugeben ich musste erst mal fragen was da denn überhaupt ist. Als er mir dann sagte dass Bremen dort zum Rückspiel im UEFA-Cup Achtelfinale antreten musste und mir ja leider der Länderpunkt Frankreich noch fehlte, hörte sich das schon mal ganz interessant an. Noch dazu hatte ich ja Mittwoch/Donnerstag frei so dass auch kein Urlaub „vergeudet“ werden musste. Zuhause gleich mal nachgeschaut wo das St. Etienne überhaupt liegt. Gut erst muss man ja mal wissen wie man das schreibt also erst mal beim „kicker“ nachgeschaut und dort schoss mir gleich ins Auge dass das Spiel ja gar nicht am Donnerstag sondern am Mittwoch ist. Super Herr Hamann, aber 750 km hört sich doch sehr machbar an. Also gleich mal mit ihm in Verbindung gesetzt und es ihm so mitgeteilt. Am Telefon wurden dann die Pläne immer konkreter und es stand ja mit dem Kai ja auch schon eine dritte Person fest. Dass jetzt Mittwoch gespielt wurde passte mir ja umso mehr da wir dann gleich nach meiner Nachtschicht am Mittwoch los können und nach dem Spiel in Frankreich übernachten können.

Es wurde in den letzten Tage vor der Reise noch versucht einen weiteren Mitfahrer zu gewinnen, aber so kurzfristig war das leider nicht mehr möglich obwohl genug Interesse vorhanden war.

Also ging ich einen Abend vorher in die Nachtschicht mit dem Gedanken dass am nächsten morgen wenn ich heim komme ungefähr 30 Minuten habe um zu duschen und zu packen und um 7 Uhr beim Hamann zu stehen um mit dem Toyota vom Kai die Reise anzutreten. Kai am Steuer,Hamann am Navi und ich schlafe auf der Rückbank. Außer dass mal die Fahrer gewechselt wurden passierte nicht viel auf der Hinfahrt und der erste Halt war dann auch erst in Frankreich so dass ich wenigstens ein paar Stunden schlaf nehmen konnte. Als Ziel haben wir gleich mal das Stadion eingegeben um uns schon mal ein bisschen dort umzuschauen und siehe da um kurz vor 15 Uhr stand man vor dem Geoffroy Guichard in St. Etienne. Gleich mal ins Navi Umgebungssuche Hotel eingegeben da man sich ja entschlossen hat nach dem Spiel in dem schönen Städtchen zu bleiben um ein bisschen was zu trinken und dann erst am nächsten Tag die Heimreise anzutreten. Das erste Hotel wurde nach längerer Sucherei erst gar nicht gefunden (trotz Navi) da man zwar immer wieder Hinweise aufs Hotel fand aber nie das Hotel. 🙂 . Als nächstes wurde das Formula 1 Hotel in 750 m Entfernung vom Stadion aufgesucht. Dort angekommen musste man feststellen dass an eine Übernachtung nicht zu denken war da das Hotel komplett renoviert wurde und jede Menge Bauarbeiter am Werk waren. Kurz bevor wir wieder ins Auto stiegen kam ein weiteres deutsches Auto auf den Parkplatz gefahren dessen Insassen wohl die gleich Idee hatten. Ach was sage ich, Insassen??? Es hockte nur ein Mann im Auto der auf Nachfragen uns erklärte dass einen Tag vorher sie noch zu viert waren aber er dann drei Absagen erhielt und die Reise halt alleine antrat. Leute gibt’s. Obwohl ich wüsste nicht was ich machen würde wenn bei einem Europa-Cup Spiel aufeinmal alle absagen und ich alleine da stehen würde. Ich weiß das würde nie passieren da jede Menge Leute mitfahren würden und unser Trainer ja immer noch Funkel heißt 🙁 . Also weiter Hotels gesucht. Die nächsten zwei waren dann komplett ausgebucht. Als nächstes war das Ibis Hotel dran bei dem man Nachfragte und dort wäre auch noch Platz gewesen aber 45 Euro pro Person war dann doch ein bisschen zu viel. Da in dieser Straße noch mehrere Hotels waren einigte man sich erst mal ein Bierchen zu trinken bevor die Suche weitergeht. Nach der Erfrischung gingen wir in eine Seitenstraße wo man ein Hotelschild gesehen hatte und siehe da es war zwar nicht ganz unser gewohnter Standard aber wir bekamen ein kleines Zimmer mit drei Betten inkl. Frühstück für 30 Euro pro Person. Also gleich gebucht und eingechekt und für den Abend frisch gemacht. Kai hatte ja zum Glück vorgesorgt und hatte auch noch 3 Bier im Kofferraum. Gleich noch mal in ne Kneipe rein und ein bisschen was getrunken bevor es um 18 Uhr mit dem Taxi richtung Stadion ging. Tzzz die zwei wollten die 3,1 km bis zum Stadion laufen, aber ich konnte es ihnen ausreden. Am Stadion vom Taxifahrer rausgelassen liefen wir natürlich erst mal auf die falsche Tribüne zu und mussten schon an ein paar französischen Gestallten vorbei die uns auch schön gemustert hatten. Als das Stadion ¾ umrundet war fragten wir einen Polizisten wo denn der Gästeblock wäre und er sagte uns dass wir in die andere Richtung einmal ums Stadion mussten. Super. Also wieder zurück und irgendwann sah man dann auch schon einen Abgesperrten Vorplatz (ähnlich wie in Rostock) wo die ganzen Busse und auch die Privat Autos parken durften. Da wir noch keine Karten hatten, suchten wir einen Schalter, fanden aber leider nur ein paar Bremer die auch auf Karten gewartet haben. Irgendwann kam dann ein Ordner mit einer handvoll Karten und verkaufte diese für 25 Euro pro Stück. Geil ist halt dass im Vorverkauf nur Karten für 30 Euro zu erwerben waren. An der Schlange angestellt wurde man jetzt auch von Bremer Seite ein bisschen Verwunderlich angeschaut, denn irgendwie hat man gesehen dass wir keine Fische sind :-). Gut als wir durch die doch extremen Kontrollen durch waren musste man erst mal aufs Klo. Was da zu sehen war, es gab keine Trennung zwischen Männer und Frauen sondern nur eine Ecke wo eine Pissrinne war und 5 Kabinen in denen auch keine Toiletten sondern nur diese komischen Stehdinger aus der Türkei waren. Na gut zum pissen reichte es ja für uns 🙂 . Also rein ins wirklich schöne Stadion das vier gleichhohe aber abgetrennte Tribünen hat und sich im Gästeblock ziemlich weit oben positioniert. Die Bremer verteilten dann noch Choreo Material für ihre 110 Jahr Choreo und auch so ging die Zeit für mich schnell vorbei da mich Torben mit jeder Menge Nachrichten überschüttete in denen er mir mitteilte dass sein Flug mittags gestrichen wurde und er jetzt auf der Couch zuhause hockte. Das Spiel begann irgendwann und die Frosch-Fresser legten ganz schön los. War schon brutal laut was die von beiden Hintertor Tribünen lieferten. In der 10 Minute machte dann Bremen das 1:0 und schon ging es mit jeder Menge Pyro, Bengalos und auch einer Leuchtkugel direkt in den gegnerischen Fanblock los. Naja bis zum Spielende waren es dann vielleicht Insgesamt 10 Minuten in denen Man Sicht aufs Spielfeld hatte da es eigentlich die gesamte Spielzeit über Rauch und Bengalos gegeben hatte. Richtig Geil :-):-):-) . Supportmäßig waren die Fische auch richtig gut und der untere Teil des Blocks sang eigentlich komplett durch. Irgendwann viel dann das 2:0 (es brannte:-) ) und am Ende ging es aber 2:2 aus. Nach dem Spiel musste man dann durch ein Spalier Bullen die natürich auch ein paar Bremer rauszogen die sie wohl erkannt hatten. Wir durften natürlich durch und gingen auch gleich Richtung Taxi-Stand um wieder an unsere Kneipe am Hotel zu kommen. Paar Minuten später waren wir dann auch dort und tranken noch ein paar Bier und unterhielten uns über Gott und die Welt. Es kamen auch immer mehr Bremer rein die teilweise auch gut betankt waren. Um kurz vor 1 Uhr ging es dann aber ins Hotel und man viel total übermüdet ins Bett. Am nächsten morgen um 7 Uhr aufgestanden und dann zum na ja, nicht ganz üppigen Frühstück das nur aus Weißbrot, Butter, Marmelade und Kaba bestand. Um 8 Uhr ging die Reise nach Deutschland mit Kai am Steuer wieder los. Hamann und ich schliefen noch ein bisschen im Auto und wurden erst 150 km später wieder vom Kai geweckt als schon ein Polizei Motorrad neben uns auf der Autobahn war um uns auf einen Parkplatz zu begleiten auf dem schon 2 Bullen-Autos warteten. Naja Kai fuhr ein bisschen über den erlauten 130 und ich war auch nicht angeschnallt, aber das bockte die Polizisten nicht. Sie wollten von jedem den Ausweis sehen und wollten nur wissen wo wir herkommen und wo wir hin wollen. Kai hatte noch die Eintrittskarte vom Vortag einstecken und die Herren in Blau wussten sofort bescheid. „Mein“ Polizist war der deutschen Sprache mächtig und fragte wie viel Kokain wir dabei haben. Da ich ihn leider enttäuschen musste meinte er dass dies Scheiße wäre, aber nicht für mich sondern für ihn 🙂 . Naja waren auch ziemlich locker drauf die Kerle und ließen uns dann ohne weiteres weiterfahren. Bei Freiburg wurde dann im MC zu Mittag gegessen und durch mehrere Fahrerwechsel erreichte man um 15.30 Uhr auch wieder Schaafheim und jeder ging nach Hause.

Alles in allem eine richtig geile Auswärtsfahrt die man ruhig öfters starten könnte.

 

Steebo

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