Bericht Pokalfinale 2018

Samstag 19.05.2018

DFB Pokal Finale

FC Bayern München – Eintracht Frankfurt

Zuschauer: 74322

Endstand: 1-3

 

Das schreibt sich einfach mal so leicht da hin, aber o.g. paar Buchstaben sind die Kurzdaten eines riesigen Erfolges. An o.g. Datum wurde Geschichte geschrieben.

Wie dieser Tag aus Sicht der CAB ablief, beschreiben Teddy und FloB in den folgenden Zeilen

 

Samstag 12.05.2018 – Rückfahrt vom letzten Bundesligaspiel der Saison 2017/2018 aus Gelsenkirchen. Die Stimmung im Bus ist gespalten. Während ein Großteil der Mitfahrer wirklich Frust schiebt und sich ärgert, dass man erneut auf den letzten Metern den Einzug in den Europapokal verpasst hat, gibt es ein paar Unverbesserliche Trunkenbolde, die mit guter (Trinker)Laune auf das Pokalfinale gegen den FC Bayern verweisen, welches die Eintracht ebenfalls erneut erreicht hat und man ja in diesem die Chance hat, neben einem Titel – auf dem man 30 Jahre wartet – auch noch nach Europa zu kommen. Die Vorzeichen für dieses Finale könnten aber schlechter nicht sein.

  • Form der SGE in den letzten Wochen miserabel
  • Unruhe in und um den Verein seit dem Bekanntwerden des Wechsels von Kovac zum FCB

  • Ausscheiden des FCB in der Champions League, dadurch soll „wenigstens“ das Double nach München

  • Letztes Spiel von Jupp Heynckes, der sich gern nochmal mit einem Titel verabschieden möchte.

Nichts destotrotz ist es ja nur ein Spiel über 90 bz.w 120 Minuten + Elfmeterschießen, in dem immer alles möglich ist. Es war also klar, dass die CAB natürlich trotz der schlechten Vorzeichen dem Finale seine Aufwartung geben werden.

Wie auch schon im Vorjahr war erst mal die Kartenbeschaffung das erste Problem. Ich erspare euch hier die ganzen Details. Letztendlich hatten alle CAB Mitglieder, die auch nach Berlin wollten, eine Karte erhalten.

Die Fahrt sollte für den Großteil der Gruppe wieder mit einem Reisebus durchgeführt werden. Eine kleine Abordnung hatte allerdings auch wieder vor, Berlin für mehrere Tage zu beehren (hierzu meldet sich später Korrespondent FloB und berichtet über deren Eskapaden)

Das zuerst gebuchte Busunternehmen zog leider kurzerhand den Schwanz ein, so dass kurz vor knapp noch eine Alternative gefunden werden musste. Flaschenträger aus Mömbris, die uns schon zu den beiden Spielen nach Schalke transportierten, sprangen glücklicherweise ein und so stand der Fahrt nach Berlin nichts im Wege.

Um das leibliche Wohl in Form von belegten Brötchen kümmerte sich im Vorfeld (wie auch für die beiden S04-Busse) Daniel. Getränke hatten Aaron und ich ja schon vor dem ersten Bus zum Halbfinale nach Schalke in Österreich in ausreichender Menge besorgt.

Da sich auch noch einige Bekannte mit eigenen Karten anmeldeten, war der Bus letztendlich wie gewünscht zu 50% gefüllt, so dass jeder genug Platz hatte, um die lange Fahrt zu überstehen.

Abfahrt nach Berlin war Samstags um 04:00 Uhr in Aschaffenburg.

Bevor ich aber davon berichte, gebe ich an FloB ab, der sich zu diesem Zeitpunkt ja schon in Berlin befand. Flo, wie ist die Lage? Schmeckt die Berliner Luft?

Gude Teddy und alle, die hier mitlesen!

Hört sich ja wieder nach einem ganzen Haufen Arbeit bei euch an.

Wie du schon geschrieben hast: Wir sind ja schon seit Freitag in Berlin. Sind Mittags losgefahren, es war recht viel Verkehr, aber wir waren trotzdem noch pünktlich um 19 Uhr in der Hauptstadt!

Dort dann kurz die Zimmer im Hotel bezogen, umgezogen, frisch gemacht und auf dem direkten Wege nach Kreuzberg in den „Elefanten“ – einfach ne geile Kneipe in einem geilen Viertel meiner Meinung nach. Über den ganzen Abend trudelten dann immer wieder Bekannte ein und gesellten sich zu uns, unter anderem ein Kumpel, der mittlerweile in Berlin wohnt, eine Arbeitskollegin vom Radio und natürlich viele Bekannte Eintracht-Gesichter. Gegen halb 1 sind wir dann weiter in Richtung Bembelbar. Unglaublich, was hier schon los war und das nachts um halb 2, obwohl erst Freitag! Hier waren wir dann noch bis halb 4/4, bis es dann gut angedüdelt und nach neu gelernten Liedern (Wir holn die Meisterschaft, schießen die Scheiß Bayern ab und holen den Pokal, zum fünften Maaaaaaaal!) in die Koje ging – schließlich stand ja am Tag drauf das Pokalfinale an – und da will man natürlich fit sein. Am nächsten Tag sind meine zwei Mittrinker Thomas W. und Andre Z. dann zum Frühstück gegangen, auf welches ich verzichtet hab, da ich kein Frühstücker bin…

Anschließend ein, zwei Getränke geholt und dann ab Richtung Brandenburger Tor und dann in Richtung Schleußenkrug-Biergarten, wo das Bier schon wieder gut schmeckte. Es ist mittlerweile 11 Uhr, hier ist Sonne, angenehme 22 Grad und das Bier schmeckt wie gesagt….Bei euch bestimmt auch oder? wie lange braucht ihr noch bis nach Berlin?

 

Wetter passt bei uns auch, aber wir stehen im Stau. Noch 60 km bis zum Olympiastadion. Die Fahrt bis hier hin verging wie im Flug. Tolle Leute, Gute Stimmung, passt!

Kurz nach 12 Uhr kommen wir dann schließlich an und parken den Bus, welcher bis zur Rückfahrt nach Spielende nicht mehr geöffnet wird, da unser Fahrer nun seine verdiente Pause macht und sich schlafen legt.

Die Meute versprengt es nun. Ein Teil fährt zum offiziellen Treffpunkt der Eintracht Fans auf den Breitscheidplatz, einige müssen noch Karten beschaffen, manche sind auch auf dem Weg zu euch Flo, oder?

Wir machen es uns mit ein paar Leuten direkt in der Nähe des Stadions bei einem Griechen gemütlich, wo wir es uns die nächsten Stunden gut gehen ließen.

Zu dem Zeitpunkt alles sehr locker, keine Anspannung zu spüren. Wie sieht´s bei euch aus?

 

Dann seid ihr aber ja auch gut durchgekommen. Ja genau, die Herren Steve, Jamie, Daniel usw. sind gerade bei uns angekommen, genau wie paar andere Leute aus der Heimat. Einfach unglaublich, wie sich die Hauptstadt an diesem einen Tag zum absoluten Treffpunkt für Fußballfans aus allen Teilen Deutschlands verwandelt. Fand ich letztes Jahr schon krass, dieses Jahr wirds mir aber irgendwie noch mehr bewusst. Es ist halt echt so: Fußball verbindet – und zwar so richtig.

Ne gewisse Anspannung ist bei uns schon zu verspüren, aber durch die klare Favoritenrolle der Bayern ist´s eine ganz positive Anspannung. Nachdem wir in den Wochen vor Berlin viel zu verlieren hatten und der Mannschaft das nicht gut getan hat, haben wir hier eben nur was zu gewinnen. Wir haben lange überlegt, wie die Chancen stehen und haben dann gesagt: Bei einem Lostopf mit 25 Kugeln ist eine davon die SGE. Das hat auch die Stimmung ganz gut beschrieben bei uns. Jeder hat gehofft, aber eben realistisch gehofft. Ne gewisse Anspannung war natürlich da, immerhin ist´s nur ein Spiel und wir alle kennen unsere Diva! Ich hatte die ganze Zeit schon das Gefühl, dass was Besonderes passiert. Ich habe immer gesagt: Entweder wir kriegen richtig die Mütze voll oder wir gewinnen. Einfach so lange einreden, bis man dran glaubt 😉

Oh, durch die ganze Schreiberei ist es schon halb vier. Unsere kleine Reisegruppe macht sich jetzt auf nochmal in Richtung Hotel und dann auf ins Stadion. Kurz vor knapp wollen wir ja auch nicht rein, bei der Stimmung und dem Feeling, das beim Finale herrscht. Um halb 6 waren wir dann am Stadion. Seid ihr schon drin?

 

Je näher der Zeiger gen 20 Uhr rückte, desto voller wurde der griechische Biergarten (auch mit einigen bekannten Gesichtern) und auch unsere Tischkapazität wurde bis aufs äußerste ausgereizt, da sich nach und nach noch Leute dazugesellten (darunter auch der verlorene Google-Sohn Jonas, der extra aus Dublin eingeflogen kam)

Nachdem dann der Mob mit viel Getöse vorbeikam machten wir uns kurz später auch auf die paar Meter Richtung Stadion zu bewältigen.

Netterweise lies der Grieche einige Speisen und Getränke aufs Haus gehen und so war die Gesamtrechnung um einiges günstiger als erwartet!

Vor den Eingängen war die Hölle los, aber dank der wieder mal so gut wie nicht vorhandenen Kontrollen ging der Einlass zügig von statten…

Leider hatten die CAB Karten in zwei verschiedenen Blöcken, so dass wir nicht alle zusammen stehen konnten…

Die ersten Eindrücke des SGE-Bereichs mit den ausgelegten Shirts und Fahnen lies Großes erahnen und bei mir kam zum ersten Mal ein leiser Hoffnungsschimmer auf…

Ihr wart ja leider auch im anderen Block….

 

Genau, von euch aus gesehen links, paar Reihen über euch.

Du hast Recht, als ich in den Block bin und diese Massen an Shirts, Fahnen und Konfettirollen gesehen habe, habe ich auch direkt Gänsehaut bekommen. Spätestens aber, als die Mannschaft zum Aufwärmen rauskam und alle Fahnen geschwenkt wurden, wars wieder da, dieses Gefühl, das ich auch letztes Jahr schon hatte. Und spätestens da war ich wieder extrem aufgeregt, egal ob wir eine Chance hatten oder nicht. Des hat sich dann bis zum Spielbeginn über die wieder geile Performance von Tankard immer weiter hochgeschaukelt. Wie fandest du es vorher?

 

Naja ich muss ja sagen, dass mich das Vorprogramm ganz schön nervt! Im Vergleich zu Dortmund oder Bayern ziehen wir ja noch ein relativ authentisches Ding durch (Danke Herr Reissing) aber generell ist mir das viel zu viel Theater! Aber damit muss man leben…

Ja das Fahnenmeer war der Hammer! Die CAB hatten zu diesem Anlass ja mal wieder ihre alte große „F“ Fahne am Start, welche Aaron und ich im Wechsel voller Stolz schwenkten und welche sich perfekt in das Gesamtbild einschmiegte.

Auch die Shirts, welche sich an das Finaltrikot des letzten Sieges 1988 anlehnten und alle die Rückennummer 12 hatten, ergaben ein geiles Gesamtbild! Erwähnenswert auch, dass die Mannschaft beim Aufwärmen und der komplette Betreuerstab die gleichen Shirts an hatte! Daumen hoch!

Leider leider ging ja dann das Konfetti-Intro etwas in die Hose, da es immer wieder Trottel gibt, die meinen ihr Zeugs vorher schon zu entsorgen! Dies führte leider zu einer Kettenreaktion und so warfen schon tausende Leute Minuten vor dem geplanten Zeitpunkt ihre Wurfrollen und Konfetti durch die Gegend!

Es war richtig, dass die UF hier sofort reagiert hat und kurzerhand den Abschuss komplett freigab um das Bild irgendwo noch zu retten…

Ich weiß nicht was daran so schwer ist, erst auf Kommando das Zeug in die Luft zu werfen?

Ärgerlich!

Dann kamen die Mannschaften auf den Platz und los ging die Schlacht! Schon in den ersten paar Minuten merkte man, dass allein von der Einstellung her eine komplett andere Mannschaft auf dem Platz stand als eine Woche zuvor in Schalke, oder was meinst du?

 

Klar, das ist halt alles gekünstelt und man merkt, dass es dem DFB wichtig ist, ein „Event“ aus dem Ganzen zu machen. Aber wie es die SGE gemacht hat, fand ich schon gut. Ein einziges Ärgernis vom FCB, vor allem Herr Lehm a ka der Stadionsprecher der Bayern. Was ein Kasper.

Auf jeden Fall! Die Jungs haben gekämpft wie die Schweine und haben sich die Lunge schon in den ersten Minuten aus dem Leib gerannt. Mein erster Gedanke „Das halten wir keine 10 Minuten durch“ hat sich dann Gott sei Dank auch nicht bestätigt.

Dann das erste Mal so richtig Herzklopfen. Freistoß Bayern, 17 Meter. Lewandowski steht da. Der kann das ja (leider) richtig gut. Ewiges rumdiskutieren auf dem Platz. Er läuft an und – Latte. Scheiße, von mir sah es so aus, als ob er direkt rein geht. Da ist mir dann das Herz das erste Mal so richtig in die Hose gerutscht. Wie hast du den erlebt? Und vor allem: Wie hast du das Ereignis drei-vier Minuten später gesehen? Ich sag nur: Rebic Gegenpressing, guter Ball Boateng, Rebic zwischen Süle und Hummels und Abschluss – brutaler Torpogo. Oder?

 

Ach den Freistoß von dem Polen hab ich an die Latte geguckt…

Aber dann kam Ante mit einem seiner geilen Balleroberungen, sofort durch Boateng in den Lauf gespielt und wie er sich durchsetzt und eiskalt verwandelt, Wahnsinn! Ja war schon ein Mega Torjubel! Hatte aber das Gefühl, dass viele – mich eingeschlossen – auch der Meinung waren, wir halten dieses krasse Draufgehen und dieses Tempo nie im Leben durch und es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Bayern „mal anfangen“

Aber warten wir es ab, vielleicht haben wir ja mal Glück und auch Hradecky wächst über sich hinaus…

Ich weiß nur, dass ich schon kurz nach dem 1:0 die Minuten gezählt habe, die noch bleiben.

Es war auf jeden Fall ein spannendes, umkämpftes Ding auf dem Rasen! Habe selten so eine Willensstarke Mannschaft gesehen, wie unsere an diesem Abend! So konnten wir das Tempo weiter mitgehen und gingen mit der Führung in die Halbzeit. Klar hatten die Bayern noch ihre Chancen und auch den größeren Ballbesitzanteil, aber das ist ja klar.

Was ein Glück erwartete uns heute keine drecks Halbzeitshow wie letztes Jahr mit der lieben Helene.

Wie fandest du die Stimmung in der ersten Hälfte auf den Rängen?

Oh Mann, IRGENDWIE die Führung durchbringen, meine Fresse wäre das geil. Leise Hoffnung stieg auf

 

Bei mir/ uns war es genauso. Jede Minute ging der Blick auf die Anzeigetafel und auf die Uhr. Die Stimmung fand ich gut – einem Finale angemessen eben. Ich hatte das Gefühl, dass es letztes Jahr noch etwas krasser war, die Minuten nach dem 1:0 waren aber mit die Besten, die ich erlebt habe. Natürlich kamen ab und an und vor allem nach den Chancen auch mal die Fans der Bayern auf, aber das ist ja klar. Und ich muss auch zugeben: Nachdem ich zu Beginn skeptisch war mit Boateng als Spitze, hat er mich im Spiel dieses Mal voll überzeugt. Über Ante Rebic muss man glaube ich sowieso kein Wort mehr verlieren, das ist eine Maschine. Und auch beim Rest der Mannschaft hats an dem Abend einfach gestimmt, vor allem die Einstellung. Jeder ist gerannt, hat gekämpft wie ein Schwein und ist jedem Ball voll hinterher gegangen. Meine Hoffnung war nach dem 1:0 natürlich auch voll da. Klar, auf der anderen Seite steht DIE Mannschaft Deutschlands, aber die müssen auch mal nen schwachen Tag haben – und den hatten sie ja auch. Zumindest bis zur 52. Minute, da ist dann mal kurz aufgeblitzt, was die Roten können – leider. 1:1. Fuck. Verdammter Mist. Hoffentlich brechen wir jetzt nicht ein. Erstmal halten und dann weiter mit Nadelstichen nach vorne. 60. Minute: 1:1. 70 Minute: 1:1. Ja, die Bayern machen das Spiel aber ich glaube wir kommen gerade wieder besser rein. 80. Minute: 1:1. Und dann, weiter Schlag Da Costa, der Rebic ins Laufduell mit Hummels schickt: Junge lauf, du bist schneller als der. ja, 1:1 gegen Ulreich und jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa jaaaaaaaaaaaaaaaa jaaaaaaaaaa. Was ist denn hier los!! 2:1. Ante Rebic was ist denn mit dir los! Geil geil geil wir führen wieder und nur noch 7 Minuten regulär. Jetzt begann das ganz große Zittern erst so richtig. Wird die ganze Hoffnung, das ganze Beten wirklich wahr? Können wir hier wirklich den ersten Titel nach 30 Jahren holen?

Teddy, wie gehts dir? Auch dem Herzkasper nahe?

 

Das war – ungelogen – der mit Abstand krasseste Torjubel meines Lebens (sogar besser als das 6:3 gegen Reutlingen)!

Was diese Maschine Rebic zu diesem Zeitpunkt des Spiels noch aus sich rausholt, einfach unfassbar!

Leider, leider wurde der Torjubel wieder mal durch den unsäglichen Videobeweis jäh unterbrochen! Der Schiedsrichter schaute sich die Szene nochmals selbst an, da angeblich vorher ein Handspiel vorlag, was aber keines war und der Treffer somit zählte!

Dieser Dreck macht den Fußball kaputt! Es raubt jegliche Emotion und wirklich gerechter wurde es nicht, wenn man die Saison Revue passieren lässt.

Egal jetzt, noch gute 10 Minuten und wir führen gegen die Bayern im Pokalfinale! Ja ne is klar! Wer weckt mich bitte mal?

Ich stand völlig neben mir, bin hin und her getippelt, sobald die Bayern am Ball waren, hab ich mich umgedreht oder die Hände vors Gesicht geschlagen!

Die Minuten vergingen im Zeitlupentempo. Die Mannschaft kämpfte weiter um jeden Zentimeter.

Endlich die 90. Minute und es wurden – akzeptable – 4 Minuten Nachspielzeit angezeigt.

Noch verfickte 4 Minuten und wir haben den Pott!

In der 92. Minute haben die Bayern noch mal Ecke, meine Fresse ist das aufregend. Die Ecke bringt nix. Abraham macht sich mit dem Ball auf nach vorne bis an die Eckfahne der Bayern! Ja, das bringt Zeit! Vielleicht noch ein Angriff, den gibt es auch noch und nach einem geblockten Schuss von Wagner ist der Aufschrei riesig!

Aber was ist jetzt??? Absolutes Getöse auf dem Platz, Rudelbildung um den Schiri. Der hält sich ans Ohr und lauscht seinen Kollegen, welche in irgendeinem Keller vorm Fernseher hocken..

Banges Zittern bei mir und allen um mich rum…

Dann macht Herr Zwayer das magische Zeichen in dem er ein Rechteck in die Luft malt. Er schaut sich die Szene selbst an!

Nicht eurer scheiss Ernst?!?!

Wenn die den schon an den Fernseher schicken, dann wars wohl Elfer denk ich mir und gleich wird der Fingerzeig auf den Punkt folgen.

Diese verschissenen Bayern! Elfmeter in der 94. Minute – unfassbar!

Ach was soll’s, dann kann sich der finnische Geldgeier zum Abschluss mal noch unsterblich machen und den Elfer halten…

Gefühlt 20 Minuten starrte der Schiri auf den Bildschirm an der Seitenlinie ehe er sich umdrehte und einen wahnsinnigen Jubel auslöste! Nicht aber in der Kurve der Roten, sondern bei mir und meinen 30000 Gleichgesinnten um mich rum!

Kein Elfer! Eckball!

Auf, diesen Eckball noch klären und das wars! Auf auf auf!

Ulreich geht mit vor, alle 22 Spieler in oder um unseren Strafraum. Der Ball fliegt auf den kurzen Pfosten, wird per Kopf geklärt und fliegt in den Lauf von Gacinovic, dieser nimmt seine Beine in die Hand und gibt Vollgas!

Jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa jaaaaaaaaaaa jaaaaaaaaaa

Er läuft und läuft und läuft und schon ehe er den Ball ins leere Tor schiebt, befinden sich alle Eintracht-Verantwortliche und Ersatzspieler auf dem Platz und stürmen Gacinovic hinterher, der direkten Kurs Richtung Kurve nimmt, wo bereits einige Dutzend Fans mit beherzten Sprüngen den Weg über den Graben in den Innenraum geschafft haben und nun mit der Mannschaft feierten!

 

Im Block lag sich alles in den Armen, es flossen Literweise Tränen! Unfassbar!

Im wahrsten Sinne des Wortes! Ich konnte es nicht packen, greifen, fassen! War das wirklich gerade passiert? Sind wir wirklich Pokalsieger?

Die weinenden Leute die mir um den Hals fielen schienen dies zu glauben…

Flo, hier stimmt doch was nicht, oder?

 

Teddy, ich bin noch heute, fast einen Monat später, wenn ich diese Zeilen schreibe völlig geflasht und bekomme Gänsehaut. Ich habe mir die Szene noch dreihundertmal angeschaut und sie wird mit jedem Mal geiler. Das was da passiert ist, als Gacinovic auf die Kurve zugelaufen ist, hab ich so noch nie erlebt. Wildfremde Menschen liegen sich in den Armen, Thomas hängt auf mir, keiner kann es fassen. Wir haben es wirklich geschafft. Die Eintracht hat es wirklich geschafft und keiner, wirklich niemand wird uns diesen Moment wieder nehmen können. Auch die Feier danach, wie Charly Körbel den Pokal bringt und ihn schon vorher in Richtung Kurve hält erzeugen eine Monstergänsehaut bei mir. Es war schlichtweg gesagt: Der beste Tag, den ich mir mit Eintracht Frankfurt und euch allen vorstellen konnte. Die 5 Std Heimfahrt am nächsten Tag? Scheißegal, ich wäre auch 50 gefahren. Die 200 Euro für das Zimmer in Berlin? Scheißegal, ich hätte auch 2.000 bezahlt. Unzählige Stunden im Neuner oder im Auto oder im Bus wegen der Eintracht? Scheißegal, lad uns noch 30 verschwitzte Menschen hinzu. Alles egal. Denn an diesem Wochenende, nach diesem Spiel zählt nur eines: DEUTSCHER POKALSIEGER, DEUTSCHER POKALSIEGER, DEUTSCHER POKALSIEGER SGE!

 

Die ganze Siegesfeier im Stadion lief bei mir wie in Trance ab. Unfassbares und nie zu vor erlebtes Gefühl. Kein Aufstieg oder Nichtabstieg kann da mithalten.

Irgendwann packten wir unsere sieben Sachen und begaben uns nach draußen und Richtung Bus. Da ich extreme Schmerzen hatte (wie sich später herausstellte, eine Nervenentzündung an den Rippen) wollte ich nur noch in den Bus.

Auf dem Weg dorthin nur Menschen, die sich gegenseitig in die Arme fielen. Man lief wie durch eine andere Welt.

Am Bus angekommen, kam gerade auch der Busfahrer an, der uns die Pforten öffnete, so dass wir an unsere immer noch einigermaßen gut gekühlten Getränke kamen.

So nach und nach kamen alle wieder an den Bus wovor auch mit vielen Bekannten, die nicht mit uns im Bus angereist waren eine kleine Party losging. Ich saß die meiste Zeit mit großen Schmerzen im Bus und genoss den Erfolg im Stillen. Aber viele Leute kamen zu mir in den Bus um sich auch mit mir abzuklatschen (Daumen hoch dafür)

Ich weiß gar nicht mehr, ob du auch am Bus warst, Flo? Ich gehe davon aus, dass Ihr in Berlin die Nacht noch zum Tage gemacht habt, während wir durch die Nacht zurück in die Heimat fuhren.

 

Ja ich war auch am Bus, haben sogar kurz gequatscht 🙂 und die Feier war ähnlich, ich wusste überhaupt nicht so richtig, was ich jetzt machen musste. Es war alles so unreal, so unwirklich, weil man einfach überhaupt nicht daran denken konnte, daran geglaubt hat. Wahnsinn! Ja, wir haben uns dann noch zwei, drei Bier gegönnt, bevor wir todmüde, aber überglücklich alle nacheinander ins Bett gefallen sind. Am nächsten Morgen dann kurz gecheckt, dass man auch wirklich nicht geträumt hat, dann gings auf gen Heimat. Schließlich wollte ich noch auf den Römer! Hier leider ohne Thomas, der beim 70. Geburtstag seiner Mutter weitergefeiert hat. Sind auch recht gut durchgekommen und waren gegen 15 Uhr daheim. Da habt ihr sicher schon ausgeschlafen gehabt, oder? 🙂

Um 15 Uhr haben wir uns gerade in Kleinostheim getroffen und sind per Zug nach Frankfurt gefahren, den Sieg entsprechend feiern.

Zu diesem Zeitpunkt kam schon die Meldung, dass der Römer wegen Überfüllung bereits gesperrt wurde…

Letztendlich gingen wir dann an den Eisernen Steg, wo eine Leinwand aufgebaut war.

Hier war es nicht so überfüllt, daher ganz angenehm.

 

Ein paar von uns stellten sich noch auf die Untermainbrücke wo der Konvoi vorbei kam. Der ein oder andere Selfie mit dem Pokal konnte geschossen werden und eine kurze freudige Begrüßung mit Flori, welcher sich im Bus befand der am Ende des Konvois fuhr konnte ebenfalls berichtet werden…

 

Über die Feierlichkeiten an sich brauch man glaub ich nicht viel sagen, einfach nur atemberaubend. Endlich hat auch mal Eintracht Frankfurt gezeigt, dass man feiern kann.

Auch für das restliche Fußball-Deutschland war es eine Wohltat, eine durchdrehende Mannschaft und Stadt zu sehen, als nur schon wieder einen emotionslosen Auftritt vom Marienplatz.

 

Nach den Feierlichkeiten schnappten wir uns zwei Taxen und fuhren in die Buchscheer um den Abend gebührend zu beenden.

 

Was soll ich noch groß schreiben,

 

EINTRACHT FRANKFURT POKALSIEGER 2018

 

Davon werden wir in 30 Jahren noch erzählen

 

 

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