4. Spieltag EL in Tel Aviv + 12. Spieltag BL in Mainz

Donnerstag 07.11.13
Europa League Gruppenphase 4. Spieltag
Maccabi Tel Aviv – Eintracht Frankfurt
Endstand: 4-2
Zuschauer: 13232

Samstag 09.11.13
Palästina – West Bank League 9. Spieltag
Shabab Al Am’ari – Shabab Al Khaleel
Endstand: 2-2
Zuschauer: 800

Sonntag 10.11.13
Bundesliga 12. Spieltag
FSV Mainz 05 – Eintracht Frankfut
Endstand: 1-0
Zuschauer: 34000


Willkommen zur heutigen Konferenz rund ums Spiel der Frankfurter Eintracht im fernen Tel Aviv, wie am letzten Spieltag in der Sportschau werden wir immer wieder zwischen CAB Reisegruppe 1 und 2 wechseln. Zunächst aber zum Vorbericht:

Nach dem uns Europa nun schon Reisen nach Aserbaidschan und Zypern beschert hat, stand die dritte Reise an. Wie schon gewohnt in eine Region, die sich erstens rein geografisch nicht in Europa befindet und zweitens ein Krisengebiet ist, Standard also. Nach der Auslosung buchte die erste Reisegruppe (Steebo, Teddy, Jonas, Whitey und Alfred) direkt einen Flug über Istanbul von Mittwoch bis Sonntag um rechtzeitig zum Spiel in Mainz am Sonntag um 15.30 Uhr im Gästeblock stehen zu können, krank aber geil. Reisegruppe 2 (Flo) musste erst die Terminierung der Spiele abwarten! Klar war, an Heimspielen des FSV Frankfurt muss gearbeitet werden, da am Wochenende nach dem Spiel gegen Maccabi das Spiel gegen die Pfälzer Schweine aus Kaiserslautern war und dieses anders als die anderen Spiele des FSV gut besucht sein wird, war die Hoffnung groß, das Spiel fällt auf den Montag und ich kann mich Reisegruppe 1 anschließen. Die Hoffnung platze als das Spiel ausgerechnet auch noch auf Freitag gelegt wurde. Schlimmer hätte es nicht kommen können. Da ich mich weder auf ein teures Angebot des Vereins verlassen wollte, noch Bock hatte nur von Mittwochnacht bis Freitag nach dem Spiel in Israel zu sein, buchte ich für mich einmal Frankfurt – Kiew – Tel Aviv und zurück Dienstag bis Freitagmorgen! Abgeklärt war, das ich, wenn ich es bis 15 Uhr zurück zum FSV, schaffe frei bekomme. Also direkt vom Flughafen zur Arbeit, krank aber geil. Die Ausgangslage vor dem Spiel war klar, ein Punkt und man ist sicher in der K.O.-Runde sollte sogar der 4. Sieg im 4. Spiel folgen, wäre man sogar schon sicher als Gruppensieger weiter. Und nun schalten wir direkt zur Konferenz.

Die Reise für mich beginnt um 11 Uhr im wunderschönen Goldbach! Auf direktem Weg geht es zunächst ans Waldstadion, um dort das Auto abzustellen und mit der S-Bahn weiter an den Flughafen zu fahren. Nun steht die erste Entscheidung an. Wie bei den letzten beiden Europa-Cup Touren 2,60 € für die Bahn zahlen oder nicht. Meine Entscheidung zu zahlen entpuppt sich sofort als richtig, kaum fährt die Bahn los wird auch schon kontrolliert und abkassiert. Alles richtig gemacht.

Für die beiden Flüge nach Kiew und von dort nach Tel Aviv habe ich bereits online eingecheckt, also nur noch den Koffer abgeben und durch die Sicherheitskontrolle und dann ab ans Gate. Alles verläuft unspektakulär und ich sitze mit großer Vorfreude in meiner Ukraine Airlines Maschine nach Kiew. Da ich kein Risiko in Sachen umsteigen eingehen will buchte ich mich direkt vorne an einen Platz am Gang um schnell raus zu kommen. Das klappt dann vielleicht schon zu gut, bereits knapp 15 Minuten nach Landung hocke ich schon am Gate zum Flug nach Tel Aviv und sitze die Zeit bis zum zweiten Flug ab, währenddessen eine gute Nachricht, besonders für die andere Reisegruppe, der Parkschein in Mainz geht klar. Für den anderen Flug habe ich mich ebenfalls schon online eingecheckt. Clever wie ich bin in die letzte Reihe ans Fenster. Dort kann ich schön den Sitz zurückmachen und mein Kopf ans Fenster legen, die Zeit sollte somit im Schlaf wie im Flug vergehen. Aber zu meinem Bedauern muss ich feststellen, dass ich die Rechnung ohne die beiden fetten, gläubigen, alten, stinkigen Ukrainerinnen die neben mir sitzen gemacht habe. Mein Platz ist stark eingeschränkt, die Duftnote mangelhaft und an den geplanten Schlaf nicht wirklich zu denken, da die beiden den Flug über nichts anderes zu tun hatten, als zu beten. Was soll’s Schlaf war eh als rar eingeplant während der ganzen Reise. Nach der Landung, als der Captain schon beim ersten Aufsetzen der Maschine gefeiert wurde, welche noch auf der Landebahn explodieren oder über das Ziel hinausschießen hätte können. Ich hasse diesen Applaus eh, feiert ihr eurer Putzfrau auch wenn sie eure vollgeschissene Kloschüssel sauber macht? Es ist halt einfach der Job eines Piloten ein Flugzeug auch zu landen. Von wem wird dieser tosende Applaus angezettelt? Richtig, ebenso wie das Klatschen als unser Flugzeug in Kiew abgehoben ist, von meinen beiden Sitznachbarinnen. In Tel Aviv steigt nun so langsam die Anspannung schon etwas, zu viel habe ich im Vorfeld über die Ein- und Ausreise gelesen.

An der Passkontrolle dann der erste Dialog:

First time in Israel ? – Yes!
Why? – To watch football!
What do you do in Germany ? – I’m a student!
What do you study? – Sportmanagement!
Do you visit somebody in Israel ? No!
Do you know somebody in Israel ? No!

Mein Reisepass gibt es problemlos mit einer Einreisebestätigung zurück, diese enthält noch ein Code den man kurz danach scannt und somit Zutritt zu den Gepäckbändern bekommt. Koffer ist auch da, also noch schnell Euro gegen Schekel getauscht und drei andere Frankfurter gefunden die ihre Unterkunft ebenfalls im selben Eck wie ich haben. 3 plus 1 ergibt 4 und 4 ist die perfekte Anzahl an Fahrgästen für ein Taxi. Das der Taxifahrer uns abzocken wird war uns allen klar. Er fährt los und schlägt vor uns den Preis am Ziel zu sagen, natürlich bestehen wir aber drauf das Taxameter laufen zu lassen. Als er die Uhr laufen lässt sagt er uns der Festpreis wäre 190 Schekel gewesen, wir waren uns alle einig er fährt jetzt eh die Route so, dass wir auf jeden Fall über den Festpreis kommen. An meinem Hostel war dann auch der Preis erreicht, der Rest hatte noch ein Stück weiter also keine Überraschung. Am Hostel schnell eingecheckt und mein Gepäck in dieser Absteige abgelegt. Bevor es hier dann weiter geht schalten wir aber zum ersten Mal zur anderen Reisegruppe, um zu hören wie der Tag vor deren Abflug verlaufen ist. Teddy bitte.

Hallo nach Tel Aviv! Hier in Deutschland ist bei Reisegruppe 1 noch alles ruhig. Jeder geht seinem gewohnten Alltag nach. Selbst das Kofferpacken wird wegen der nachmittäglichen Abflugszeit bei allen Beteiligten erst auf den Abflugstag verschoben. Wir melden uns wieder, wenn etwas Spannendes passiert!
Wie sieht es denn derweil in Tel Aviv aus, Herr Reißing?

In Tel Aviv ist die Anreise planmäßig ohne große Besonderheiten verlaufen und es geht auf eine kleine Erkundungstour durch Tel Aviv, groß um die Häuser ziehen war eh nicht geplant und es blieb bei einem schönen kühlen Bierchen und ersten Eindrücken vom Nachtleben in Tel Aviv, sowie einem kurzen Spaziergang an der berühmten Strandpromenade bei Nacht. Da ich für morgen fit sein muss begebe ich mich dann auch zurück in meine Absteige um möglichst viel zu pennen. Im eiskalten, durch die Straßenlaterne beleuchteten und lärmgeplagten Zimmer, kletterte ich auf meinen Schlafplatz im unbequemen Hochbett, was will man für die paar Euro auch erwarten – scheißdrauf Tel Aviv ist nur einmal im Jahr und die Hauptsache ist heute möglichst viel Schlaf um ausgeruht den morgigen Tag anzugehen. Irgendwann schaffe ich es dann tatsächlich einzuschlafen, als um 5:24 Uhr für knapp 10 Minuten der Alarm angeht, geht mir das irgendwann so dermaßen auf den Sack, dass ich mein Zeug nehme und den Punkt möglichst viel Schlaf abhake.
Ab 10 Uhr kann ich im Appartement einchecken, dass ich mir mit den anderen für diese eine gemeinsame Nacht teilen werde. Also ein kleiner Strandspaziergang am Morgen und das genießen des Sonnenaufganges an der Strandpromenade als Ersatz für den verlorenen Schlaf. Einen frischgepressten Orangensaft und einige Sonnenstrahlen später mache ich mich auf den Weg zur Adresse des Appartements. Dort angekommen war die Türe der Rezeption noch geschlossen. Irgendwann kommt eine junge Dame die mich fragte ob ich einchecken wolle. Ich erkläre ihr, dass ich gerne einchecken würde. mir aber am wichtigsten ist mein Gepäck abzustellen und wenn möglich noch schnell zu duschen. Die Dame bringt mich ins Zimmer wo ich nach einer Dusche bereits einchecken kann während ich feststellen muss, es ist die Putzfrau, die gerade noch das Zimmer sauber macht. Mir egal, ich habe mein Gepäck sicher abgestellt und bin frisch für die Reise nach Jerusalem.
Donnerstag, ca. 11 Uhr, mein Abenteuer beginnt jetzt endgültig richtig. Zunächst führt mich der Weg von meinem Appartement mit dem Linienbus zum zentralen Busbahnhof in Tel Aviv, als an der zweiten Haltestelle ein Soldat mit einer MG unter dem Arm einsteigt bin ich zunächst geschockt. Eine halbe Stunde später als ich auf meinen Bus nach Jerusalem warte und alle paar Minuten jemand mit einer MG rumläuft bin ich es schon gewohnt.
Für umgerechnet ca. 3€ steige ich in den Bus, der mich nach Jerusalem bringen soll. Es gibt kostenfreies und funktionierendes WLAN im Bus, positiver Nebeneffekt ich kann die Stunde Fahrt schön nutzen um mich schlau zu machen was es neues in der Welt und bei der anderen Reisegruppe gibt. Negativer Nebeneffekt am WLAN ist das Empfangen der E-Mails, eigentlich gut mag man denken!? Eigentlich auch richtig nur wenn in der E-Mail steht, dass der ursprüngliche Flug gestrichen wurde und man nun einen Tag später als geplant fliegen muss, ist das natürlich alles andere als gut. Besonders negativ ist das wenn man nur unter der Bedienung frei bekommen hat, rechtzeitig zur Arbeit am Freitagnachmittag zurück zu sein. Zunächst gebe ich der anderen Reisegruppe Bescheid und frage um Rat und frage bei der Fanbetreuung nach, ob es Möglichkeiten einer Rückreise im Tagescharter gibt.
Bei der anderen Reisegruppe auch endlich der Startschuss erfolgt Teddy, könnt ihr mir vielleicht helfen und mal bei Cheaptickets anrufen? By the way, der Bus ist gerade in Jerusalem angekommen.

Koffer sind gepackt, also werden wir natürlich unserem Flori unter die Arme greifen und mal bei Cheaptickets anrufen, was die Scheiße der Flugverschiebung denn soll. Leider kann mir die nette Dame nicht wirklich weiterheilfen. Lediglich den Grund der Verschiebung kenne ich nun. Der Flug von Tel Aviv nach Kiev wurde um 2 Stunden verschoben, so dass es schier unmöglich ist (ca. 30 Minuten Zeit zwischen Ankunft und Abflug nach FFM) den Flug nach FFM zu erwischen. Daher die Umbuchung auf den nächsten Tag. Fuck! Man verspricht mir zwar, noch nach weiteren Möglichkeiten zu suchen, doch viel Hoffnung wird mir nicht gemacht!
Ich suche bereits nach Alternativflügen, die zwar angeboten werden, aber bei Minimum 450 Euro anfangen! Nun ist es aber auch schon Zeit für die Abfahrt gen Flughafen. Treffpunkt wie üblich Mc Donalds Kleinostheim. Ab ans Stadion nach Frankfurt, wo man das Auto abstellt und die letzen Meter mit der S-Bahn (auch mit Ticket) zurücklegt. Auf dem Weg machen wir uns bereits über die erwarteten Befragungen lustig, die dann allerdings komplett ausbleiben.
Am Vorabend hatte Steebo noch einen kleinen Disput mit dem OnlineCheckInn von Turkish Airlines. Man kann nur gegen Bares seinen Sitz komplett frei auswählen. Ansonsten vergibt das System automatisch den Sitz. Dumm nur, wenn der Einchecker Steeb heißt, und das System einen in die Reihe 14 stecken will. Diese unakzeptable Frechheit muss sofort telefonisch mit der Airline geklärt werden. Die Dame der Hotline versteht das Problem zwar nicht, bucht uns aber natürlich netterweise auf eine andere Reihe um. Ebenfalls werden wir bereits für alle drei anderen Flüge eingecheckt. Steebo erhält für jeden Flug die Reihe+Sitze. Allerdings könne Sie ihm aus technischen Gründen keine Bestätigung hierüber zumailen. Aha. Kam einem alles irgendwie spanisch (äh türkisch) vor…. Schauen wir mal, ob das alles so geklappt hat.
Am Schalter im Flughafen wusste natürlich niemand von einem Check Inn. Lediglich für den senilsten von uns (Aussage der Dame hinterm Schalter, gemeint war Trucker) sei eine Sitzplatzreservierung hinterlegt. Natürlich Reihe 14! So erhält Trucker ein Ticket mit Reihe + Sitz und wir trotz Nachfrage nur ein Ticket ohne irgendwelche Angaben. Den Rest müssten wir direkt am Gate abklären. Dort konnte sich natürlich niemand erklären, was die Kollegin hier fabriziert hatte. Egal. Sie bucht uns nun alle fünf in eine andere Reihe und gut. Also soweit kein Probleme in Frankfurt. Endlich eingecheckt und bereit für den Abflug. Wie schaut‘s derweil in Jerusalem aus, Flori? Was bringen dir nun die Angaben bzgl. des verschobenen Fluges?

Danke erst mal für die Info, sofort schreibe ich erst mal eine E-Mail an Cheaptickets und erkläre, dass ich definitiv rechtzeitig zurück sein muss. Fanbetreuung schaut was zu machen ist und meldet sich wieder. Ich überlege kurz direkt wieder zurück in einen Bus nach Tel Aviv zu steigen, aber ich muss eh erst auf die Antwort von Cheaptickets warten. Also will ich wenigstens Jerusalem in vollen Zügen genießen. Ich mache mich zunächst schlau wie ich in die Altstadt komme und treffe eine andere kleine Gruppe von Frankfurtern die den gleichen Plan wie ich haben. Also schließe ich mich an und wir laufen zur Altstadt, wo wir eine kostenlose Stadtführung bekommen die nur auf Trinkgeldbasis basieren soll. Die Jungs hatten die Info aus Ihrem Hostel. Wir laufen dann auch direkt dem Stadtführer in die Arme, er spricht gutes und klar verständliches englisch und erklärt, dass sie die Meinung vertreten, jeder sollte die Möglichkeit haben Jerusalem gezeigt zu bekommen, egal wie viel Budget demjenigen zur Verfügung steht da die Stadt einfach zu bedeutend ist um nicht gesehen zu werden. Außerdem weiß man ja auch erst nach einer Führung ob und wie viel sie Wert war, klingt fair also angemeldet und los geht’s.

Ich fange jetzt erst gar nicht an über Jerusalem und dessen Geschichte zu berichten, das sprengt absolut den Rahmen und jeder den es interessiert wird keine Probleme haben, Informationen zu bekommen. Ich sage nur so viel, die Führung hat sich absolut gelohnt und war auch keine versteckte Abzocke. Wenn mich ein Außerirdischer fragt, ob ich ihm Orte sagen kann die er gesehen haben muss, bevor er die Erde wieder verlässt, würde ich ihm definitiv Jerusalem nennen. Egal ob gläubig oder nicht gläubig, die Stadt ist schon faszinierend. Highlight für mich war der Blick von oben über die ganze Stadt besonders auf die Klagemauer, einfach nur der Hammer. Nach der Führung ging es noch in die Grabeskirche um uns anschließend gemeinsam auf den Weg zurück zu machen. Also mit der S-Bahn zurück an die Busstation und von dort wieder für 18 Schekel zurück nach Tel Aviv. Nach dem ich die Scheiße mit dem Flug zunächst vergessen hatte, kam es spätestens jetzt im Bus zurück nach Tel Aviv wieder hoch.
Ich habe erste Antwort und leider noch keine positiven Nachrichten, ein Ersatzflug gibt es nicht. 35 Minuten hätte ich um umzusteigen in Kiew, ich schlage vor sie buchen mich in eine vordere Reihe und ich renne, dann müsste ich das doch schaffen nur mit Handgepäck. Das sollte doch klappen, ich habe jetzt noch eine gute Stunde Fahrzeit bis ich in Tel Aviv bin. Bei euch bis jetzt alles geklappt mit dem ersten Flug und dem umsteigen in Istanbul Teddy? Ihr müsstet doch schon in Istanbul gelandet sein oder? Auf meine WhatsApp Nachrichten kommt keine Antwort…

Tja, wir sitzen ja auch nicht im 18 Schekel Bus mit kostenlosem W-Lan. So etwas bietet der Flughafen Sabiha Gökcen in Istanbul seinen Passagieren leider nicht. Hier sitzen wir nun nach einem sehr angenehmen ersten Flug mit Turkish Airlines. Leckeres Efes Pilsener und ein wirklich gutes Essen (inkl. Best Mandelkuchen ever) verkürzten den Flug ebenfalls! Hier im Flughafen treffen wir auf viele weitere Frankfurter Fans (manche mehr als gut angeheitert), die allerdings zum Großteil mit Pegasus nach Tel Aviv weiterfliegen werden.
Wir holen uns beim Burger King noch ein Eis was zwecks Sprachbarriere nicht ganz so einfach ist, ehe wir über den Dutyfreeshop (1 Liter Captain Morgen gehen mit auf die Reise) zu unserem Gate marschieren, wo wir auf den Weiterflug nach Tel Aviv warten.

Die Wartezeit wird weiter von Diskussionen über die in Tel Aviv bevorstehenden Einreisemodalitäten bestimmt. Natürlich weiß niemand was uns erwartet, aber man macht sich halt so seine Gedanken.
Irgendwann können wir dann einchecken und begeben uns nun auf die letzte Etappe der Reise gen Tel Aviv.
Knappe 2 Stunden und einem weiteren sehr guten Essen später landen wir nun in der zweitgrößten Stadt Israels.
Gepäck abgeholt und ab zur Passkontrolle. Anscheinend kamen in den letzten Minuten einige Maschinen an, denn hier in der Halle stehen hunderte Menschen und warten auf die Einreiseerlaubnis.
Allerdings stehen knapp 40 Kontrollhäuschen zur Verfügung, die auch fast alle besetzt sind. So fällt die Wartezeit nicht ganz so lang aus, wie zu erst vermutet. Auch die kurze Frage, warum man in Israel einreisen möchte wird knapp mit „Football“ beantwortet und genügt dem Beamten welcher daraufhin einem die Einreisekarte aushändigt. Einen Stempel in den Pass bekommt man nicht.
Nächster Halt: Autovermietung! Kein großes Problem, und so sitzen wir kurze Zeit später in einem Kia Carnival, welcher uns die nächsten Tage durch Israel transportieren darf.
Wir sind somit nun auf dem Weg zu dir, Flori. Ich hoffe du hast das bestellte Gute-Nacht-Bier besorgt und kalt gestellt?

Nach dem Trip von Jerusalem geht es zurück ans Appartement, clever wie ich bin habe ich vor der Abfahrt die Bushaltestelle abfotografiert und so dann auch den richtigen Bus für die Rückfahrt gefunden, hebräisch ist nämlich gar nicht so einfach erstens spreche ich es nicht, zweitens kann ich es nicht mal entziffern und drittens lese ich nicht von rechts nach links. Am Appartement angekommen nutze ich das WLAN um weitere E-Mails hin und her zu schicken, aber wirklich weitergekommen bin ich nicht. Man hat wohl langsam auch kein Bock mehr auf meine Hartnäckigkeit und verweist mich an das Büro der Airline in Tel Aviv. Also muss das morgen angesteuert werden, in der Hoffnung dort etwas zu erreichen Ohne es zu merken und ohne geplantes Abendessen und Getränke für die Nacht vom Kiosk gegenüber penne ich irgendwann ein. Die Nacht ohne wirklichen Schlaf machte sich dann doch bemerkbar. Als ich aufwache bin ich nicht sicher ob ich träume oder wirklich die bekannten Nasen der anderen vor mir stehen. Keine Ahnung wie die reingekommen sind, wie spät es überhaupt ist aber nach dem ganzen Chaos bin ich doch froh sie zu sehen. Habt ihr die Unterkunft gleich gefunden?

Gude der Herr! Ja, Unterkunft war im Gegensatz zu einem Parkplatz gleich gefunden. Der Kiosk gegenüber hat sogar noch auf! Leider darf Alkohol nur bis 23:00 Uhr verkauft werden. Also nur Cola, Eiswürfel und ein paar Tüten Chips gekauft und die Flasche Captain gekillt! So kann der erste Tag der Tour gediegen auf dem Balkon bei milden Temperaturen enden!

Nach gut 4 Stunden Schlaf gilt es dann, wie angesprochen, der Ukrainischen Drecksairline einen Besuch abzustatten, um den Flori doch noch wie gewünscht am Freitagmittag nach Frankfurt zu bringen. Leider gibt es die Straße, bzw. die Adressangabe mehrmals im Navi. Also auf gut Glück mal losgedüst. 2 Stunden später und drei verschiedene ergebnislose Anfahrten in Tel Aviv kehren wir genervt zu unserem Appartement zurück, wo die restliche Rasselbande so langsam mal zum Leben erweckt. Alfred schaut sich wohl bereits zum 40. Mal das Video „ich bin eine Biene“ an und schmeißt sich immer noch weg (remember Augsburg…)

Für Flori ist es eine beschissene Situation. Er hängt halt total in der Luft und weiß nicht genau was er nun tun soll. Er nimmt sich vor, auf Zanda, der Rezeptionsdame, zu warten, um sie zu bitten, doch mal bei dieser Airline anzurufen.
Da es sinnlos wäre, mit 6 Leuten auf Zanda zu warten, beschließt der Rest erstmal was Essen zu gehen. Gegenüber ist ein Imbiss bei dem es lecker Humus und Falafel gibt. Frisch gestärkt kehren wir nun zurück in unser Appartement um herauszufinden, ob sich evtl. die Fluggeschichte geklärt hat.
Hat sie aber leider nicht. Das Büro der Airline in Tel Aviv verweist auf Ihre Kollegen in Kiew, welche den Fall zu klären hätten. Sie wollten sich telefonisch zurückmelden.
Für uns ist die Situation auch nicht einfach, da man ja selbst nicht weiß, was man noch tun könnte, bzw. wie man Flori helfen könnte. Man gibt ihm den Tipp, es nun doch bei dem Samstagflug zu belassen und seinem Arbeitgeber abzusagen, schließlich könne er ja auch nichts für den verschobenen Flug.
Flori will allerdings auf den Rückruf der Airline warten.
Derweil machen wir uns auf den Weg Richtung allgemeinem Treffpunkt am Strand. Generell gilt festzuhalten, dass Tel Aviv sehr westlich ist. Die Stadt könnte man eigentlich beliebig in Europa verpflanzen, es würde nicht auffallen. An der Strandpromenade schlendern wir entlang aller großen Hotelketten, ehe wir vor dem Carlton Armin Veh, Moppes Petz, Bruno Hübner und die Pressesprecherin Ruth Wagner sitzen sahen. Ganz kurzer Smalltalk und weiter ging’s. Sogar die nebenan befindliche Eisdiele wird links liegen gelassen.
Oh, da klingelt ein Handy. Flori ruft an…Was gibt´s der Herr?


Ich hab in den sauren Apfel gebissen und bei der Arbeit angerufen, dass ich nicht kommen kann. Ich komm jetzt nach – wartet gerade da unten an der Eisdiele, da hab ich gestern den Sonnenaufgang genossen, ich weiß wo das ist. In 5-10 Minuten bin ich da. Als ich ankomme war große Begeisterung unter meinen Kollegen, geilstes Eis der Welt und ähnliche Lobeshymnen wurden geschwungen. Ich überzeugte mich davon und kann bestätigen, selten so ein unfassbar leckeres Eis gegessen. Entlang der Strandpromenade die Eindrücke genossen und das obligatorische Gruppenfoto geschossen. Wir kamen dann bei Mike’s Place an, der offizielle Treffpunkt vor dem Spiel. Dort noch einen günstigen Cider getrunken und in der Zeit gab es zwei Anrufe. Anruf eins Marc von der Fanbetreuung, leider nichts zu machen mit dem Rückflug, schade aber danke für die Bemühungen. Anruf zwei, Cheaptickets, es gibt eine Rückflug Möglichkeit um 01:20 Uhr wäre Abflug mit einem zusätzlichen Stopp, dann nach Kiew und dann in der ursprünglich geplanten Maschine nach Frankfurt. Wenn es ok ist klärt sie es endgültig und gibt mir in ca. einer Stunde Bescheid. Ich kläre, ob es geht mit dem Shuttle-Bus der Tagesflieger vom Stadion aus direkt an den Flughafen zu fahren und bekomme von Marc zum Glück das Go. Also auf den hoffentlich positiven Rückruf warten. Nun planen wir den weiteren Tag, ich will aus den Planungen rausgehalten werden, da ich nicht im Weg stehen will, sollte sich bei mir wegen Flug was ändern.
Ich bekam dann auch das ok von der Fluggesellschaft, sprich ich muss zurück ans Appartement, online einchecken, Koffer packen und mit Koffer ans Hotel von dem aus der Shuttle-Bus zunächst ans Stadion und nach dem Spiel an den Flughafen fährt. Also mit dem Taxi zunächst an die Unterkunft, die versuchte Abzocke während der Fahrt auf einmal den fixen Preis nach oben zu schrauben weil viel Verkehr, kann der Taxi-Fahrer als gescheitert abhaken. In der Unterkunft mein Koffer gepackt und die E-Mail mit meiner Bestätigung bekommen Tel Aviv –> Dneproprestrovsk / Dneproprestrovsk -> Kiew / Kiew -> Frankfurt los geht’s um 01:20 Uhr Ankunft geplant um 12:45 Uhr, alles klar.

Also auf zur Zanda und höflich um Nutzung ihres Laptops gebeten. Zum Glück war Zanda erneut total hilfsbereit, einchecken funktionierte nur für den ersten Flug, aber für den Rest hatte ich ja die Bestätigung. Also passen sollte alles, sicherheitshalber nochmal eine E-Mail geschrieben. Ticket ausgedruckt, nebenbei noch die Unterkunft bezahlt und mit dem Taxi ans Hotel zur Abfahrt. Abzocke auch bei diesem Taxifahrer gescheitert. Also Ankunft am Hotel, kleines Schwätzchen mit der Fanbetreuung gehalten und Abfahrt Richtung Stadion. Was habt ihr derweil getrieben Teddy?

Wir sind derweil erstmal froh, dass bei dir wohl doch noch alles hinhaut!
Alfred und Steebo haben wir am Treffpunkt trinken lassen während Jonas, Trucker und ich wenigstens ein wenig von Tel Aviv sehen wollen. Wir marschieren durch die City zum Carmel Market. Dem größten – täglich stattfindenden – Markt der Stadt. Hier wird wirklich alles angeboten. Vom Spaßshirt (Gun´s Moses oder Super Judges…) über Süßbabb bis zu allerlei einheimischen Gewürzen oder Früchten. Sehr interessant das Ganze!

Die Stimmung in der Stadt ist generell sehr locker. Man merkt einfach, dass ein nicht all zu kleiner Teil der Bevölkerung keine Ureinwohner sind!
Da wir zu faul sind, den kompletten Weg zum Treffpunkt zurückzulaufen, um ihn dann eine halbe Stunde später wieder zurückzulaufen, setzen wir uns in eine Strandbar und warten auf den Frankfurter Mob, der bei einsetzender Dunkelheit eine knappe Stunde später mit viel Getose vorbeimarschiert. Es wird kurzer Hand die komplette Hauptverkehrsader der Stadt lahm gelegt, was dem Einheimischen Shlomo natürlich nicht gefällt. Es wird mit allen Mitteln versucht hupend durch den Mob zu fahren. Nachdem so ein Mokel eine auf die Motorhaube bekommt, steigt er sogar aus, wird aber ohne größere Blessuren wieder in sein Gefährt gebracht!
Generell schon ziemlich geil, wie sich ca. 1000 Leute ohne Polizeibegleitung singend durch Tel Aviv bahnen.
Vorm Stadion wird dann gemütlich noch ein Bierchen geschleppert, ehe es in den Block geht. Wo ist denn eigentlich unser Flori, der müsste doch auch langsamen ankommen, oder?

Der kommt nach einer unspektakulären Fahrt mit dem Bus am Stadion an, ein geiles Bild als vor dem Eingang alles voll Frankfurter steht. Schon beim vorbei fahren sehe ich den Rest und der Rest mich, also direkt nach öffnen der Bustür erst mal zum Rest, noch ein Schlückchen und ein leckeres Teiggebäck gegönnt und dann auch in den Block, das Stadion ähnlich von der Größe und vom Aufbau wie in Nikosia, aber etwas neuer. Banner direkt vorne platziert und wir uns auch direkt dahinter. Es folgt das ein oder andere Schwätzchen mit bekannten Nasen, dadurch rückt die Zeit bis zum Anpfiff immer näher. Das heimische Publikum lässt vor dem Spiel schon das ein oder andere Mal durchblitzen, welches Potential in ihnen steckt und auf welchen Hexenkessel wir uns freuen dürfen und das alles ohne Dach über dem Kopf.
Zum Anpfiff gab’s auf Frankfurter Seite schwarze, weiße und rote Fähnchen was bei rund 1500 mitgereisten sicher ein ordentliches Bild abgegeben hat. Die Maccabi Anhänger haben sich auch was einfallen lassen, auf Haupt- und Gegengerade gibt es blaue und gelbe Pappzettel und in der Heimkurve eine große Überziehfahne „SUPER JODEN CAN‘T BE STOPPED“, sieht irgendwie lustig aus und zeigt aber zu gleich auch die politische Orientierung der Kurve die absolut rechts geprägt ist. Zum Anpfiff drehen beide Kurven zunächst voll auf und die Stimmung ist prächtig, schnell merkt man, dass uns die Zuschauer als auch die Spieler keinen einfachen Spaziergang in die nächste Runde machen lassen. Hexenkessel und eine aufopferungsvoll kämpfende Mannschaft von Maccabi, unsere Jungs verstehen es leider nicht den Kampf anzunehmen, dazu kommen individuelle Fehler die zu einem Pausenstand von 3:0 führen. Na toll, so haben wir uns das nicht vorgestellt, eigentlich sollte hier zumindest ein Punkt klar gemacht werden um uns in der Europa League die nächsten zwei Spiele schonen zu können und uns auf die Liga zu konzentrieren, da wir dort im Moment auf dem besten Weg in Richtung Abstiegskampf pur sind. Hoffen wir auf ein Wunder in Halbzeit 2, Querpass zu Teddy.

Bevor wir zu dem Wunder kommen, muss ich noch ein Wort zu Hälfte eins loswerden! Ich bin heute (eine Woche nach dem Spiel) immer noch dermaßen pissed über diese Leistung. Da spielen mit Schröck, Djakpa, Aigner, Lakic und Inui fünf Spieler, die in den letzten Wochen nicht wirklich die Rolle gespielt haben beim Trainer. Und wer sind die schlechtesten Leute auf dem Platz? Genau diese fünf! Von denen man eigentlich erwarten könnte, dass sie versuchen, ihre Chance zu nutzen und sich aufdrängen. Aber Pustekuchen! Gut, Inui und Lakic können es einfach nicht besser! Das sind absolute Anti-Fußballer. Aber von den anderen drei war ich echt enttäuscht.

Niemand glaubte wirklich daran, das Spiel noch drehen zu können. Eine Reaktion auf die desolate Leistung in der ersten Halbzeit sollte aber doch kommen. Die kam auch! Das muss man im Nachhinein schon zugestehen. Die Mannschaft hat gebissen und alles versucht. Kam sogar noch durch einen Doppelpack auf ein 2:3, musste allerdings kurz vor Schluss das 4:2 hinnehmen. Sollte halt nicht sein, aber man war ja dank der lutscherhaften Einstellung in Hälfte eins selbst schuld! Dies bekam die Mannschaft auch von den Rängen zu hören, denn dieses Mal gab es keine gute Laune Klatscherei, sondern gutes Gepöbel!


Wo wir aber gerade bei der mitgereisten Fanschar sind. Das war leider mit Abstand der schlechteste Auftritt seit langem einer Frankfurter Kurve. Ich verstehe einfach nicht, wieso man die Zeit und das Geld investiert, um die Eintracht nach Israel!!!! zu begleiten um dann 90 Minuten im Stadion das Maul nicht aufzubekommen. War eh wieder geil, wie viel unbekannte Gesichter heute wieder am Start waren. Darunter teilweise wieder so Witzfiguren, die auf ihren auf der Karte ausgewiesenen Sitzplatz bestanden. Unfassbar! Bleibt daheim, oder fliegt von mir aus nach Mallorca….
Was dann allerdings nach Abpfiff passierte, setzte Allem an diesen Tag die Krone auf!

Als die Spieler der Heimelf in die Katakomben gingen und auf unsere Kurve zu liefen (unter derer die Kabinen waren) wurde diese vom Eintrachtblock beklatscht! Aha, 90 Minuten sein Maul nicht aufbekommen, aber die Israelis beklatschen. Dass dann auch noch die beiden Fanblöcke sich gegenseitig beklatschten war das Highlight schlechthin. Ich war bedient!
Siehst du das ähnlich Flori? Ach Mist der ist direkt mit Abpfiff ab zum Shuttle-Bus! Hoffentlich klappt alles! Wie schaut´s?

Direkt mit dem Abpfiff aus dem Stadion und zum Shuttle-Bus, nach 10 bis 15 Minuten geht es dann auch schon zu meiner Überraschung zügig los Richtung Flughafen. Da ich absolut nicht weiß was mich bei der Ausreise erwartet und ich im Vorfeld einige Horrorgeschichten gehört habe bin ich schon etwas nervös, viel Zeit bleibt nicht. Es muss schon alles reibungslos verlaufen. Da ich im Bus sitze habe ich schon mal Glück und spare mir Zeit bei der Einfahrt auf das Flughafengelände, dort werden angeblich alle Autos, Taxis usw. zum ersten Mal kontrolliert, der Bus hält auch kurz bei der Wache kann aber zügig weiterfahren. Am Flughafen angekommen, macht die Reiseführerin die Ansage alle die im Mannschaftscharter sind bitte austeigen Koffer holen und warten, sie geht dann mit allen rein und es gibt ein beschleunigtes Ausreiseverfahren. Dem Rest wünscht Sie viel Glück, der Rest bin ich.

Nun gut, raus aus dem Bus Koffer geholt und ins Gebäude rein, mit dem Aufzug in den 3. Stock und der Blick geht auf Menschen, überall Menschen die Schlange stehen, ruhig bleiben und auf die Tafel schauen ob ich mich bei A,B,C oder D einordnen darf. Flug nach Dneproprestrovsk bei A. Hier gibt es 4 Schlangen, eine Dame fragt mich nach dem Ziel und weißt mir eine Reihe zu. Ich stehe in Reihe 3, Reihe 1 und 2 besteht aus jüdischen Menschen und bewegt sich „relativ“ schnell, Reihe 3 und 4 bewegen sich etwas gemächlich nach vorne. Nach rund 30 Minuten bin ich vorne an der Schlange, zeige einer netten Dame meinen Reisepass und werde von ihr befragt.
Warum ich in Israel war? Wie das Spiel ausgegangen ist? Ob ich meinen Koffer selbst gepackt habe? Ob der Koffer immer bei mir war? Ob ich einheimische kennengelernt habe? Nein, ich habe auch keine Geschenke erhalten. In Aserbaidschan war ich auch zum Fußball. Dort haben wir gewonnen. Habe ich jemand in Aserbaidschan kennengelernt? Nein, ich habe keine arabischen Freunde. Dann wird mir eine gute Reise gewünscht und ich muss meinen Koffer nicht jetzt schon extra durchleuchten und durchwühlen lassen. Also auf zum Check-In Schalter um sicher zu sein das alles klappt. Für Flug 1 bin ich schon eingecheckt, für Flug 2 und 3 kann mich die Dame nicht einchecken, aber das wäre alles kein Problem. Nun gut, Zeit zum diskutieren bleibt eh nicht, wird schon alles gut gehen, also weiter zur Handgepäckkontrolle. Dort werde ich in eine Schlange eingereiht, aber nur etwa 15-20 Leute vor mir und noch genug Zeit. Knapp 45 Minuten später war ich dann endlich an der Reihe. Das Gepäck wird komplett zerlegt und sogar in meiner stinkigen getragenen Wäsche rumgewühlt, selbst Schuld 😉 Bomben wurden keine gefunden und Boarding beginnt in 15 Minuten. Nun stand noch die Passkontrolle an. Dort auch nochmal ein paar Fragen beantwortet und mein Einreisekärtchen durch das Ausreisekärtchen getauscht.
Zügig zum Gate und dort gesehen, die Boardingzeit ist um 15 Minuten nach hinten geschoben, also habe ich noch knapp 10 Minuten und noch etwa 60 Schekel, in der Nähe vom Gate gab’s ein Pizza Hut, also noch ein Stückchen Pizza reingezogen und 2 Dosen Cola für den Weg gekauft. Am Gate zurück beginnt das Boarding um mich rum nur unfreundliche, grimmige, ukrainische Menschen. Nun gut, mal sehen was mich erwartet bislang war’s stressig, aber es hat ja alles hingehauen.
Zurück zu Teddy, alles ruhig nach dem Spiel? Zieht ihr noch um die Häuser?

Nein, wie bereits erwähnt, bin ich, bzw. sind wir ziemlich bedient vom heutigen Abend, Aber auch, weil wir vorhaben, am nächsten Morgen früh aufzustehen, um die noch verbleibende Zeit sinnvoll mit Sightseeing zu nutzen, verzichten wir auf den Besuch der ersten Internationalen Bembelbar. Schon krass, was das Bembelbarteam da wieder auf die Beine gestellt hat. Leider kam der eingeflogene Schobbe nicht durch den Zoll, so dass es eh keine „echte“ Bembelbar gewesen wäre. Stattdessen schnappten wir uns die ersten beiden Taxen und ließen uns problemlos und relativ zügig zurück an unser Apartment fahren. Dort noch vor der Sperrstunde den Kiosk erreicht, sich zwei drei Bier geholt und auf dem Balkon den Tag Revue passieren lassen.
Voller Vorfreude stehen wir am nächsten Morgen pünktlich auf und machen uns zeitig auf den Weg gen Jerusalem. Im Auto gehen die Gedanken auch zu Flori, ob alles geklappt hat?
Wie sieht´s aus, schaffst du es rechtzeitig an den Bornheimer Hang?

Das steht noch in den Sternen am Ukrainer Nachthimmel, der Flug nach Dneproprestrovsk die reinste Katastrophe ungemütlich, warm und ständig werde ich angerempelt also Schlaf wie so oft auf diesem Trip Mangelware. Pünktlich um etwa 4:10 Uhr landet meine Maschine am Ziel. Ich hab mit vielem gerechnet, aber als ich mit kurzer Hose bekleidet aus dem Flugzeug in den Bus dessen Scheiben gefroren sind umsteige, zweifel ich kurz ob ich an einem Flughafen oder am Rasthof Weiskirchen bin. Neben dem Flugzeug mit dem ich gekommen bin, gibt es auf dem holprigen Rollfeld noch EINE andere Maschine. Der Eintritt ins Flughafengebäude zur Passkontrolle erinnert ans Hösbacher Hallenbad. Wahnsinn, also erst mal zur Passkontrolle. Der selbst für ukrainische Verhältnisse unfreundliche Beamte wollte wissen was ich hier mache und wie lang ich bleibe, meine Erklärungsversuche das ich nur zum umsteigen hier bin wirkten erst als ich ihm mein Ausdruck mit den weiteren Flügen zeige, Stempel in den Pass und weiter. Vorbei an dem einzigen Gepäckband raus aus dem Gebäude und über den leicht beleuchteten, vernebelten Parkplatz als mich plötzlich eine unheimliche Figur ansprach: „??????????? ??????“ Ähm ja gut…“Sorry, I don’t unterstand.“ „Do you need Taxi?“ (mit osteuropäischem Akzent) “No, thanks.” Und schnell weiter, das gleiche Spiel 20 Meter weiter noch einmal und schnell ins Gebäude zurück. Dort die kurze gegen die Jogginghose getauscht und sich gemütlich gemacht, viel zu sehen gab es nicht außer dem aus Horrorfilmen bekannten Polizisten mit seiner russischen Uniform, der eine Runde nach der anderen drehte.
Irgendwann war die Zeit zum einchecken gekommen. Dort geht es durch eine Glastür hinter der zunächst eine Dame den Pass kontrolliert und dann die erste Überraschung wer steht nicht auf der Passagierliste? Ich geb euch paar Sekunden zum überlegen………………………………………………………………………………………… ……………………………………………………………………………………………………….richtig – Ich! Spätestens jetzt war auch der Punkt erreicht an dem ich mich wie in einem schlechten Horrorthriller fühlte. Eine kurze Diskussion geführt und schon kam der „Chef“ herbei geeilt, er fragte wo ich herkomme ich sage Tel Aviv und er sagt der Dame irgendwas auf Ukrainisch und ich darf zur Gepäckkontrolle, die wird hier noch selbst gemacht 😉 Koffer durch das Gerät, Gürtel und Taschen leeren, wenn’s nicht piepst Koffer nehmen Gürtel und Taschen wieder an sich nehmen und fertig. Clever diese Ukrainer so spart man Personalkosten, davon könnten sich die Israelis am Flughafen Tel Aviv mal eine Scheibe abschneiden. Also weiter zum Check-In Schalter 3 Meter neben der Gepäckkontrolle. Pass und Flugbestätigung vorgelegt und nach 3-4 Minuten erste Nervosität. Ich merke es stimmt etwas nicht auf meine Nachfrage bekomme ich keine Antwort, der Chef wird wieder hergerufen. Wiederrum ca. 5 Minuten später merke ich immer noch anhand der Reaktionen es stimmt was nicht, meine erneute Frage ob es ein Problem gibt wird kurz und knapp mit: „No problem.“ beantwortet.
Der Chef telefoniert, gibt den Apparat an die Kollegin vom Check-In weiter, sie wirkt langsam genervt und ruft ihn nach dem Telefonat wieder her. „Is there any problem?“ – „No problem“ er nimmt meinen Pass und verschwindet 5 Minuten, die genervt warteten anderen Passagiere sind an der Reihe ich solle an der Seite warten. Der Chef kommt wieder mit meinem Pass und einem ausgedruckten Zettel, gibt es der Kollegin die tippt rum und schüttelt erneut den Kopf und er zückt erneut das Handy. „Maybe I can help, if there is a problem?“ – „No problem“ Mittlerweile stehe ich schon 20 Minuten da, merke es stimmt etwas mit dem Flug nicht, ich weiß aber nicht was und bekomme keine Auskunft und das völlig alleine morgens um kurz nach 5 Uhr in der östlichen Ukraine unweit vom tieferen Russland und Kasachstan entfernt, um mich herum wildfremde teilweise minimal englisch sprechende Personen die kein Wort Deutsch können. Ich gebe zu, mir lief der Schweiß und ich hatte langsam echt richtig Panik. Chef und Check-In Frau sind derweil weiter am diskutieren, telefonieren und rumprobieren. Ich ging im Kopf wilde Szenarien durch und aus heiterem Himmel drückte mir die Dame 2 Boardkarten in die Hand und erklärte, dass eine für den Flug nach KIev, und die andere von Kiew nach Frankfurt sei. Gott sei Dank, eine riesige Erleichterung. Also ab ins Flugzeug, endlich auch mal ein gutes Stündchen gepennt. In Kiew durch die Kontrolle und ans Gate, unspektakulär, fast langweilig gewartet und zum letzten Flug in die Maschine. Kurz vor Ende des Boardings kamen Frankfurter angerannt die auch beim Hinflug waren. Sie alle hatten keine E-Mail über die Verschiebung gelesen und schafften es mit viel rennen in 35 Minuten umzusteigen. Theater umsonst oder lieber auf Nummer sicher gegangen? Keine Ahnung, ich kann es ja eh nicht ändern. Hauptsache ich komme rechtzeitig heim.
Um 12:45 Uhr lande ich schließlich in Frankfurt, zunächst geht es noch etwas zu essen schnappen und an die S-Bahn, dort sitze ich dann erleichtert auf dem Weg zu meinem Auto und gebe bei der Arbeit, der Freundin und der anderen Reisegruppe Entwarnung, es hat alles geklappt.

Während sich für Flo die Bemühungen also gelohnt haben und er rechtzeitig wieder in Deutschland eintrifft, ist unser Ziel heute Jerusalem. Auf dem Weg dorthin machen wir nochmal kurz in Jaffa halt. Jaffa, bzw. deren Altstadt ist die eigentliche Stadt hier. Früher war Tel Aviv (erst 1909 gegründet) ein Vorort der bereits seit der Antike bestehenden Stadt Jaffa. 1950 wurde nach dem raschen Anwuchs des Vorortes, die Stadt dann in Tel Aviv – Jaffa umbenannt, wie sie eigentlich auch heute noch heißt. Das Jaffa fällt meist allerdings in der Benennung raus. Eigentlich kann man in der sehenswerten Altstadt von Jaffa min. einen halben Tag verbringen, aber diese Zeit ging ja am Vortag für die Klärung von Flori´s Flugproblemen drauf. Also nur mal kurz durchgefahren und am Meer angehalten um ein paar Bilder von der Skyline Tel Avivs zu schießen.
Nun geht´s aber schnurstracks auf die Autobahn gen Landeshauptstadt! Die ca. 70 km Wüstenautobahn werden in knapp einer Stunde bewältigt. Die Anfahrt auf Jerusalem war schon beeindruckend! Die Stadt erstreckt sich auf mehrere Hügel und Täler und man fährt im Prinzip von oben herab in die Stadt. Wahnsinn!
Ziel war natürlich die Altstadt Jerusalems, wo Whity uns eine Nacht in einem Hostel eingebucht hatte. Mit dem Auto ist die Einfahrt in die Altstadt nicht gestattet, so stellen wir also unser Gefährt in einem Parkhaus ab und machen uns zu Fuss auf den Weg in unser Hostel. Dort kurz die Koffer abgestellt, geht es gleich weiter, denn um 12:00 Uhr beginnt die gleiche kostenlose Führung, die Flori am Mittwoch hier schon mitgemacht hatte.
Ich werde es auch so halten wie Flori und keine Einzelheiten zu der Stadt an sich und deren politischen und religiösen Bedeutung niederschreiben. Allerdings muss man schon sagen, dass es schon ein krasses Gefühl war, durch die engen Gässchen der Altstadt zu laufen wenn man bedenkt, wo man sich befindet. Irgendwie komisch. Man kennt alles nur aus dem Reli-Unterricht oder dem Fernsehen, jetzt schlendert man selbst hier rum.

Muss an dieser Stelle auch mal anmerken, dass ich es – abgesehen vom finanziellen Aspekt- schon geil finde, was für ausgefallene Ziele wir zugelost bekommen haben. Wenn ich da an Freiburg denke, das ist ja dreimal Langeweile pur! Wir hatten mit Aserbaidschan, Zypern und Israel drei sehr interessante und vor allem nicht alltägliche Ziele die man unabhängig von der Eintracht wohl in den nächsten Jahren nicht besucht hätte.

Nach der 2,5 stündigen interessanten Tour gingen wir nochmal kurz ins Hostel um unsere Zimmer zu beziehen und sich kurz frisch zu machen. Danach machten wir uns erneut auf den Weg, die Altstadt auf eigene Kappe zu erkunden. In den engen Gässchen mit den vielen Verkaufsständen blieben wir an einem Restaurant hängen, wo wir uns mit einheimischer Nahrung stärken wollten.
Für uns alle gab es Schawarma. Ein israelisches Fleischgericht arabischer Herkunft. Der komplette Tisch wurde mit kleinen Schüsseln mit verschiedensten Gemüsen und Saucen zugestellt, dazu Pita-Brot. Jeder bekam dann noch einen Teller mit lecker gewürztem Hammelfleisch (gestückelt ähnlich wie Gyros) – Sehr Lecker!!!!
Frisch gestärkt ging es dann an die Klagemauer, die wir vorher während der Führung nur von einer entfernten Aussichtsplattform sehen konnten. Schon Wahnsinn was hier abgeht. Da wir uns auch in den Vorbereitungen für den Shabbat befanden, war das Gewusel vor der Mauer extrem. Jonas und Trucker besorgten sich eine Kippa und gingen komplett bis an die Mauer, während Alfred, Steeb und ich vom Vorplatz aus dem Treiben zuschauten
Irgendwann hatten wir genug von dem Trubel und verließen den Platz. Über den Mt Zion und einem Straßenbierchen im armenischen Viertel ging es zurück Richtung Hostel. Am Jaffa Gate (der nächste Eingang zur Altstadt von unserem Hostel aus) setzten wir uns auch nochmal für ein Bierchen nieder und beobachteten das vorbeiziehende Volk. Aber schon jetzt (ca. 18:00) war es extrem ruhig für so eine Großstadt. Schon echt krass, wie der Ruhetag Shabbat durchgezogen wird.
Nun wollten wir irgendwo was essen gehen, allerdings viel Auwahl hatten wir nicht. Das erste Etablissement welches wir beehrten, war einfach zu teuer. Hier wurde nur ein 5 Euro Bier (0,33) vernichtet und sich weiter auf die Suche begeben. Irgendwann kamen wir an einem Restaurant vorbei, wo niemand drin saß. Der Wirt kam sofort rausgerannt, und „bat“ uns doch bei ihm zu speißen. Ich fragte ihn, ob er auch Bier hätte und was dies kosten würde. Er antwortete: „Yes, of cours – 10 Schekel (2 Euro)!“ Ich fragte ihn zweimal, ob das Bier wirklich nur 10 Schekel kosten würde (im Kiosk hat es schon 13 gekostet) und er bejahte dies. Also ließen wir uns nicht lange bitten und begleiteten ihn in das Lokal. Als wir drin dann 5 Bier bestellten, meinte der inzwischen hinzugekommene Chef, dass ein Bier 20 Schekel kosten würde. Nun begannen die Diskussionen, aber man wollte von 10 Schekeln nichts mehr wissen. So nicht ihr Affen! Verarschen können uns auch deutsche Wirte, da muss ich nicht nach Jerusalem. Also den Laden bierlos wieder verlassen und nur ein paar Meter weiter in einem sehr hübschen armenischen Restaurant fündig geworden, wo man lecker speisen konnte.
Da wir alle sehr platt waren, gingen wir daraufhin frühzeitig zurück ans Hostel, wo wir noch eine Runde Karten spielten, ehe wir um 23:00 Uhr in die Betten fielen. Der morgige Tag sollte ja auch noch mal anstrengend werden….
Wie hat eigentlich der FSV gespielt Flori? Und sind die Vorbereitungen für die Fahrt nach Mainz am Sonntag schon getroffen. Ja ich weiß, es ist krank, was wir vorhaben (Landung 14:05 – Anpfiff Mainz 15:30 Uhr), aber wir schaffen das schon irgendwie! 😉

Mainz ist noch ganz weit weg, zunächst habe ich es dann auch wie ausgemacht pünktlich zum FSV geschafft, hatte sogar noch Zeit mich umzuziehen, ein neues Deo (das alte hatte ich aufgrund der Handgepäckbestimmungen in Tel Aviv geopfert) und Energy Drinks zu besorgen. Arbeit ist hart, wenn man solange auf den Beinen ist. Aber es geht dann auch rum, der FSV bekommt eine ordentliche Abreibung von den Pfälzer Schweinen 0:4 und ich gönne mir noch eine Kleinigkeit im VIP Bereich und schaue bisschen das Niedersachsen Derby.
Gestärkt gehe ich das letzte Stück meiner Reise an A661, A3 und dann auch bald ins Bett. Einigermaßen ausgeschlafen, werden Koffer ausgepackt und irgendwann im Laufe des Tages stehen dann auch die Details für Mainz an, geklärt war ja im Vorfeld schon alles (Wer holt den Bus, wann holen wir euch am Flughafen, Vip-Parkplatz direkt am Stadion). Wie verläuft euer Samstag?

Während Flori es sich also erst im Vip-Bereich den Bauch vollschlägt und dann die Nacht im eigenen Bett verbringt, schlafen wir im versifften Hostelbett, müssen uns im verschimmelten Bad waschen und werden nebenbei vom kreischenden Muezzin geweckt! Egal. Weiter geht´s
Heute heißt das primäre Ziel: Totes Meer! Zuerst wird aber noch der Ölberg bestiegen. Schon krass dieser biblische Berg, der gleichzeitig der größte jüdische Friedhof ist (teilweise sind die Gräber hier wirklich 1000e Jahre alt) Von hier aus hat man auf der einen Seite einen super Blick auf die Altstadt, während man auf der anderen Seite die israelischen Sperranlange zum Westjordanland (Palästina) sieht. Wirklich unvorstellbar, wie hier einfach eine 8 Meter hohe Mauer in die Stadt geklatscht wurde. Näheres zu diesem Konflikt und dem Land Palästina erspar ich mir an dieser Stelle. Später hierzu ein klein wenig mehr, aber im groben soll dies ja kein Politikbericht werden. Müsste wenn dann eh vom Politikstudent Jonas geschrieben werden…..
Also wieder runter vom Berg und ab auf die Autobahn Richtung totem Meer. Hiervon wusste ich außer das es viel Salz enthält im Vorfeld ehrlich gesagt auch nicht wirklich viel. Für mich neu z.B., dass das Tote Meer über 400 Meter unter Normal Null liegt und sich hier auch der niedrigste nicht von Wasser oder Eis bedeckte Punkt der Erde befindet. Wieder was gelernt. So geht die Fahrt dorthin eigentlich auch nur bergab….
Erstes Ziel ist aber nicht das Meer an sich, sondern der Nationalpark Massada im Südwesten des Toten Meeres. Also nochmal gute 40km am eigentlichen See entlang. Sehr geile Landschaft. Auf der linken Seite das in blau strahlende Meer und rechts erhebt sich das rotbraune judäische Gebirge.

Massada ist eine ehemalige jüdische Festung auf einem Tafelberg welche ca. 40-30 v.Chr. erbaut wurde. Wenn man am Sockel des Berges steht und bedenkt was hier für ein Aufwand betrieben wurde, um die Steine damals auf den Berg zu bringen, Hut ab! Jonas und Trucker entscheiden sich für den Aufstieg per Pedes über den „Snake Path“, während die faule Fraktion mit der Seilbahn nach oben fährt.
Auf dem Gipfel angekommen warten wir auf die Wanderer, ehe wir uns die Ruinen der Festung anschauen. Auf jeden Fall sehenswert! Natürlich ist auch die Aussicht auf das tote Meer fantastisch von hier oben! Aber schaut euch die Bilder selbst an….
Nach knapp 2 Stunden machen wir uns wieder auf den Weg nach unten, wo Alfred und Steebo bereits mit einer Gondel vorher ankamen und sich nun im Mc Donalds eine Stärkung holten. Hier erhielt Steebo seinen neuen Spitznamen: „99er“, da er nicht ganz das erhielt, was er bestellt hatte:
Steebo: „Two Hamburger + 4 Chicken Mc Nuggets please!
Mc Donnalds Aff: Ok, no Problem! 99 Schekel please!
Steebo: 99 Schekel? For 2 Hambuer and 4 Chicken Mc Nuggets?“
McDA: „Yes“
Steebo: „OK“
Im Endeffekt bekam Steebo dann aber für seine 99 Schekel 3 Juniortüten (2mit Hamburger, eine mit Nuggets) 😉 Schlimm aber, dass Steebo 20 Euro für 2 Hamburger + 4 Chicken Mc Nuggets gezahlt hätte, Wenn man Hunger hat…..;-)

Nun standen wir erneut am Auto und überlegten, was wir als nächstes tun wollten. Es war mittlerweile 14 Uhr vorbei und wir hatten im Prinzip zwei Möglichkeiten:
1. An eine der Badeanlagen ans tote Meer fahren, sich ins Wasser legen usw….
2. Wir lassen das tote Meer, tote Meer sein und fahren zurück nach Jerusalem und stürzen uns ins Abenteuer Länderpunkt Palästina, da in Al Ram (direkt hinter der Mauer zu Jerusalem) an diesem Abend ein Kick in der ersten palästinänischen Liga anstand !

Kurze Abstimmung, dann stand fest, wir versuchen unser Glück in der Westbank! Ab ins Auto und zurück gen Jerusalem. Leider wussten wir nur den Ort in dem das Spiel stattfand und hatten sonst keine weiteren Infos. Wir fanden den Ort zwar auf der Karte, aber unser Navi verweigerte jedwede Antwort auf die Ortseingabe. Naja, macht doch auch Spaß mal wieder oldschool nach Karte und Schildern zu fahren.

Leider kam die erhoffte Abfahrt „al ram“ nicht und so fuhren wir leider wieder in Jerusalem ein, hätten aber vorher irgendwo abfahren müssen. Also wieder zurück, und an der Abfahrt in Richtung Ramallah, der nächstgrößeren Stadt abgefahren. Man merkte schon, dass man hier richtig lag, da hier der Anteil der Autos mit einem „P“ im Nummernschild viel größer war als vorher auf der Strecke.

Abseits der Straße fuhren wir jetzt immer öfter an kleinen Blechhüttensiedlungen vorbei mitten im Nichts. Einzig ein paar Ziegen oder Eseln schienen den Bewohnern an Nahrung oder Milch zu dienen. Krass!
Irgendwann standen wir an einer Abzweigung wo es nur noch rechts oder links ging. Allerdings gaben die auf den Schildern vermerkten Städte für uns keinen Sinn. Also hielten wir kurz an um uns durchzufragen. Wir bemerkten erst jetzt, dass wir vor einem riesigen Schild standen, worauf in drei Sprachen stand, dass es jeglichen israelischen Bürgern verboten sei, hier in dieses Gebiet zu fahren. Ähm, rein Kennzeichentechnisch waren auch wir Israelis…. Also beobachteten wir erstmal das Geschehen, merkten aber gleich, dass wir mit unserem Israelischen Kennzeichen nicht auffallen werden, da neben uns viele weitere Fahrzeuge mit einem gelben Nummernschild unterwegs waren. Kurz ausgestiegen, den nächsten Taximokel angequatscht, der aber keinerlei Englischkenntnisse besaß und mMn auch nicht fähig war, unsere Schrift zu lesen, denn er konnte auch mit unserer Karte nichts anfangen.
Also auf gut Glück losgetuckert und siehe da, der nächste Ort war Al Ram! Erinnert irgendwie an Leverkusen (steht auch erst 2 km vorher angeschrieben)

Ab in den Ort und das Stadion gesucht. Generell merkte man schon, dass man sich in einem anderen Gebiet befand. Es war hier viel viel Verschmutzter als noch in Israel und irgendwie alles viel trister.
Im ersten Anlauf fanden wir keinen Ground. Einmal rum und wieder an der selben Stelle in den Ort eingefahren, hielten wir kurz an um uns bei zwei palästinänsischen Militärfuzzies nach dem Weg zu erkunden. Es dauerte keine 10 Sekunden hatten wir nicht nur die Militärs am Auto, sondern noch bestimmt 10 weitere Passanten, die sich interessiert das Innere des Wagens anschauten. Auch hier verstand keiner nur ansatzweise einen Brocken Englisch. Als dann aber das Wort „Football“ viel, schaltete die Gestik und Mimik auf „Ahnung“ um und alle Leute fuchtelten wild durch die Gegend. Aber man konnte schon erkennen, dass man am Ende der Straße vor der Mauer links fahren müsse anstatt wie vorher getan rechts. Ein Opa wollte sogar einsteigen um uns den Weg zu zeigen. Das lassen wir lieber mal, Manfred….
Also erneut durch die „Hauptstraße“ geschlängelt als auf einmal hinter uns drei Polizeiwannen mit Sirene und Blaulicht auftauchten. Schön Platz gemacht und hinten dran gehängt. Wo wollen die sonst hin als zum Stadion? Richtigen Riecher gehabt! Unser Freund und Helfer führte uns wirklich zum Stadion, welches wir aber auch so gefunden hätten, denn es ging wirklich nur an die Mauer und dann links….
Auto abgestellt und ans Stadion gelaufen, erkannte man schon von weitem, dass man nicht die einzigen Frankfurter waren, die sich diesen Kick anschauen wollten. Ca. 10 bekannte Frankfurter Hopper-Nasen standen bereits vor den Toren des Al Husseini Stadions, welches durch eine Spende der FIFA erst 2007 renoviert wurde. (Ein Schelm wer Böses dabei denkt, aber irgendwo müssen die Stimmen für Blatter und seinen Witz-WM´s ja kommen)
Allerdings waren wir die einzigen, die auf eigene Faust hierher gefahren sind. Die anderen hatten sich einen einheimischen Fahrer gesucht und waren schon den ganzen Tag im Westjordanland unterwegs….
Für unseren Mob wurde ein eigener Block auf der Haupttribüne geöffnet. Für 7 Schekel gab es sogar eine Eintrittskarte, das dürfte wohl auf der kompletten Tour das günstigste gewesen sein, was man sich geleistet hat. Sogar ein Wasser am Kiosk kostete 8….
Zu aller Überraschung kamen sogar eine nicht zu übersehende Anzahl an Zuschauern. Dem Tabellenzweiten Shabab al Khaleel drückten auf der Gegengerade ca. 500 Mann die Daumen, während auf der rechten Seite der Haupttribüne ca. 200 Fans des vorletzten Shabab al Am’ari standen. So etwas wie Support gab es aber nur bei den Khaleel Leuten. Diese hatten sogar eine Trommel dabei. Der Außenseiter ging mit 2:0 in Führung, musste aber kurz vor Schluss noch den Ausgleich durch einen Elfmeter hinnehmen. Dies brachte den Am’ari Haufen etwas auf die Palme, so dass der Schiri sogar vom Militär geschützt vom Platz geführt wurde. Warum die Khaleel Supporter sich am Ende noch untereinander flatschten war nicht auszumachen.
Wir verabschiedeten uns dann vom Rest der Meute und begaben uns auf den Heimweg gen Tel Aviv. Die „Einreise“ nach Israel ging problemlos von statten. Scheint im Moment dort eh alles ziemlich ruhig zu sein. Aber schon ein komisches Gefühl in so einem umkämpften Land gewesen zu sein…

In Tel Aviv hatten wir für die restliche Nacht noch ein Apartment gemietet, was für unsere Verhältnisse um einige Längen zu Edel war eigentlich. War halt auch „Gay-friendly“ 😉
Schnell eingecheckt, gingen wir nochmal um die Ecke um beim Italiener noch eine überragende Pizza zu genießen, ehe es Zeit war ins Bett zu gehen. Um 04:00 Uhr war die Abfahrt abgemacht, also war nicht viel Schlaf drin. Aber für eine Flughafenübernachtung sind wir dann doch schon zu alt.
Jonas, Trucker und ich stoßen mit einem letzten Bier auf der Dachterasse noch auf Truckers 30. Länderpunkt an! Glückwunsch!
Um 03:15 Uhr war die Nacht dann nach 4 Stunden schon wieder zu Ende. Autoabgabe funktionierte problemlos. Jetzt lief man dann schon etwas angespannt in die Wartehalle am Flughafen, wusste man doch nicht, was einen zwecks Befragung usw. erwarten sollte.
Die Halle war für die frühe Uhrzeit ziemlich voll. Menschen über Menschen, die in verschiedensten Schlangen anstanden. Mitten in der Halle mehrere riesige Durchleuchtungsanlagen, gefolgt von Stationen, wo den Passagieren ihr komplettes Gepäck durchwühlt wird. Zwischendrin überall Uniformierte, welche die Leute befragten.
Irgendwann standen zwei Flughafen-Ladies vor unserer 5er Gruppe und legten los mit Ihrer Fragerei.
Nachdem wir allerdings die Fragen wohl zur Zufriedenheit der beiden Ladies und ihrer zwischenzeitlich beigeholten Chefin beantworteten, bekamen wir einen Aufkleber auf unsere Pässe und konnten nach der Durchleuchtung der Gepäckstücke direkt zum Check Inn.

Bei der Passkontrolle gab es dann gar keine Fragen mehr, so dass es eigentlich relativ unspektakulär zu Ende ging unser Abenteuer Israel.

Die mittlerweile um Jessy und Jamie erweiterte und auf „Mainz-Tour“ umbenannte WhatsApp Gruppe wurde dann bis zum Abflug mit Bienen und Klatschhänden zu gemüllt (die running gags der Tour – Alfreds Bienen Video und das hin und her Geklatsche im Stadion) zugemüllt (es wurde auch mitgeteilt, dass wir soweit im Plan liegen….)

In Istanbul erneut keinerlei Probleme. Dort direkt ans Gate und auf den Weiterflug gewartet, welcher ebenfalls pünktlich startete. Geplante Ankunft in FFM weiterhin 14:05.
So langsam steigt die Anspannung, ob denn in Frankfurt alles klappen werde. Steebo betonte mittlerweile mehrfach, dass er im Notfall das Gepäck einfach liegen lassen werde um rechtzeitig in Mainz anzukommen.
Na warten wir es ab. Irgendwann war dann abzusehen, dass wir etwas früher landen. Um 13:52 schrieb ich Flori, dass wir unten wären…
Jetzt dürfte doch eigentlich nichts mehr schief gehen.

Verreck, Verreck, Mainzer Dreck!

Flori, seit ihr auf dem Weg zu uns?

Jamie und Jessy haben den Bus geholt und Mathias und ich stiegen pünktlich um 14 Uhr dazu, also alles im Plan wir sind auf dem Weg. Am Flughafen geparkt und ich springe raus und warte auf euch, erst kommt der Typ mit dem Pflaster am Kopf, dann jeweils noch 2x zwei weitere Gestalten, genau zur Deadline, viel mehr Zeit hatten wir nicht. Aber gut im Endeffekt hat ja alles geklappt. Also schnell in den Turbo-Modus im alkoholfreien 9er (der Organisator hat nur an eine 2 Liter Cola Flasche für die Tel Aviv Gruppe gedacht und den Kasten Bier vergessen) und ab an den Bruchweg um dort den Parkschein abzuholen der uns die rechtzeitige Ankunft im Block retten dürfte.
Am Bruchweg schnell raus, Parkschein geholt und wieder rein in den 9er und auf den VIP Parkplatz unser Schiff geparkt. Im Stadion der Block natürlich hoffnungslos überfüllt, weswegen wir uns leider erst mal verteilen müssen und verlieren, ein Teil steht noch irgendwo am Aufgang im Gedränge, der andere Teil bahnt sich ein Weg nach außen wo doch noch etwas Platz ist. Zum Spiel verschwende ich jetzt keine Buchstaben auf meiner Tastatur.
Diesmal ist es die 89. Minute in der wir das Gegentor bekommen, da wir vorher nicht in der Lage waren uns ordentlich Chancen rauszuspielen bzw. die wenigen die wir hatten nicht zu nutzen steht es beim Schlusspfiff 1:0 und die verschissenen Mainzer dürfen schon knapp einen halben Tag vor dem 11.11. 11:11 Uhr feiern.
Langsam muss was passieren, nur Europa bringt uns nichts. Der Klassenerhalt muss über allem stehen und jeder der den letzten Abstieg miterlebt hat kann nicht vorsichtig genug sein und früh genug davor warnen den Abstiegskampf anzunehmen.

Auf geht’s Eintracht, aufwachen!!!!

Nachdem Kick also von den CGlern verabschiedet, die bei uns in der Nähe standen und den kurzen Fußmarsch zum nahen Parkplatz zurückgelegt. Jamie ließ Jonas und mich dann am Stadion in FFM raus, wo mein Auto ja noch stand. Ich fuhr Jonas noch an den Flughafen, von wo aus er dann abgeholt und mit nach Konstanz genommen wurde.
So endete eine geile Tour mit einem Rotzkick. Also eigentlich so, wie sie begonnen hatte!

Wir steigen auf, Wir steigen ab und zwischendurch Europacup!

Wir sehen uns in Bordeaux

Flori + Teddy

Teddy

 

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