32. Spieltag: Alemannia Aachen – Sportgemeinde Eintracht Frankfurt

Montag 23.04.2012

Alemannia Aachen – SG Eintracht Frankfurt

Zuschauer: 27942

Endstand: 0-3


Auch wenn ich es nicht mehr hören kann (schon zu oft wurde es gesungen…): ” NIE MEHR ZWEITE LIGA !!!

Vielleicht hat es ja diesmal bestand! Wollen wir es hoffen. Aber von vorne!

Wir schreiben den 23ten Tag des vierten Monats im 2012ten Jahr nach Christus. Es ist Montag. Ein beschissener Tag um ein Auswärtsspiel zu bestreiten. Aber daran haben wir, bzw. die Mannschaft selbst Schuld. Dank dem wohl sinnlosesten Abstieg den es je in der Bundesligageschichte gegeben hat, mussten wir diese Saison bekanntermaßen in der 2. Liga verbringen. Alles andere als der direkte Wiederaufstieg stand nicht zur Debatte. Allerdings sollte es sich wegen starker Konkurrenz als schwieriger herauststellen, als angenommen. Da die Konkurrenten in den letzten Wochen der Saison etwas schwächelten, hatten wir am heutigen 32. Spieltag bereits die Chance den Aufstieg perfekt zu machen. Natürlich muss, bzw. musste jeder selbst wissen, wie er die 2. Liga annahm. Ich kann nur für mich sprechen und bei mir war es bis zum Schluss so, dass ich mich bisher kaum über Tore oder Siege freuen konnte – zu tief saß der Frust über den sinnlosen Abstieg – zu hoch die Wut auf die Verantwortlichen den Verein um Jahre zurückgeworfen zu haben. Der heutige Tag allerdings sollte für vieles entschädigen…..

Mit einem 9ner Bus ging es um 16:00 Uhr am Kleinostheimer Mc los. Um halb fünf noch die Herren Jatzsch und Viehmann in FFM aufgegabelt und weiter ging die wirklich sehr kurzweilige Fahrt ( bei der Besatzung auch kein Wunder…) Trotz anderweitiger Befürchtungen kamen wir sehr gut voran und auch zwei kleinere Staus  (mehrere Runden “Quellkartoffeln versüßten die Warterei)  konnten uns an einer rechtzeitigen Ankunft nicht hindern. 9ner Bus konnten wir netterweise auf dem Gästebusparkplatz abstellen. Da beim letzten Spiel in Aachen ein wenig gezündelt wurde, waren heute leider keinerlei Fanutensilien erlaubt. Also band sich Whity unser Banner um den Bauch und ab gings ins Stadion. Ich hatte mir noch auf dem Parkplatz meiner Stehplatzkarte gegen eine Sitzplatzkarte getauscht und so konnte ich nach und nach den Rest mit in den Sitzplatzbereich schleusen. Der Stehblock in Aachen ist eine absolute Frechheit. Ca. 1/3 des Blockes sind einfach nicht nutzbar, da man dank einer Mauer nur die Hälfte des Spielfeldes sieht.

Wir machten uns in der ersten Reihe breit und suchten einen geeigneten Platz für unser Banner. Natürlich durfte die Bandenwerbung nicht überhängt werden, doch die Ordner waren erstaunlich nett und zeigten uns ein ziemlich breites weißes Stück und halfen sogar beim Aufhängen. Leider hing das Teil dann nur bis ungefähr zur 10. Spielminute, da der Ordner von “Oben” einen Funkspruch erhielt und ihm mitgeteilt wurde, dass auch die weiße Fläche zur Werbung gehört und nicht überhängt werden darf. Is klar! Affen!

Unter den knapp 28000 Zuschauern, dürften gut  5-6000  der Eintracht die Daumen gedrückt haben. Von Beginn an war der Support sehr gut. Was leider nicht sehr gut war, war die Leistung der Kicker auf dem Platz.

Echt unfassbar wie ängstlich man agierte und wie man vom Tabellenletzten hinten eingeschnürt wurde. Klar musste Aachen unbedingt gewinnen um noch eine realistische Chance auf den Klassenerhalt zu haben. Aber in unserer Situation muss man hier mit viel mehr Selbstvertrauen und Euphorie agieren. Nichts dergleichen! Aachen war allerdings auch nur bis zum Strafraum gefährlich und so ging es mit einem 0:0 in die Pause! Halt! Stop! Kurz vorher hatten wir noch eine Ecke, getreten wie immer durch die Genialität in Person Benny K. Irgendwie kam Idrissou an die Kugel und wir führten mit 1:0!

Grenzenloser Jubel im Gästebereich, der auch mit reichlich Pyro untermalt wurde. Ein genialer Anblick! Leider gab es wieder einen Vollpfosten, der sein Bengalo auf dem Platz entsorgen musste. Danke hierfür! Mit Wiederanpfiff zog der Support nochmal merklich an und brach in einen brachialen Torpogo aus, als erneut der Playstation-CL-Teilnehmer Idrissou zum vorentscheidenden 2:0 einnetzte.

Was von nun an auf den Rägen abging kann nur als atemberaubend bezeichnet werden.   Ein Mitmachquote von nahezu 100% (auch Steebo hat mitgesungen) und eine beachtliche Lautstärke wurden ins Rund geschickt. Das komplette “im Herzen von Europa” wurde nebst Schalparade lauthals inthoniert – Gänsehaut pur!   U nd noch weitere diverse Songs wurden bis Abpfiff geträllert. Ein weiteres Tor brachte uns dann auch noch auf den ersten Platz und somit konnte die Party steigen.

Wer die Szenen nach Abpfiff live erlebt hat, der kann über die Berichterstattung in den Tagen nach dem Spiel wieder mal nur den Kopf schütteln. Es bleibt einfach dabei: DEUTSCHE PRESSE HALT DIE FRESSE! Hier war von wütenden, randalierenden sogenannten Fans die Rede, die statt zu Feiern nur Krawall im Kopf hätten und dabei noch einen Schaden von 75000 Euro anrichteten.

So hier mal die Wahrheit:

Kurz vor dem Abpfiff wurde es natürlich eng bei uns unten in der ersten Reihe und eine Menge Ordner zogen vor dem Block auf. Als das Spiel dann beendet war, herrschte kurzzeitig absolutes Chaos um uns rum, da sich auch keiner sicher war, bzw. keiner wirklich den ersten Schritt auf den Platz machen wollte. Irgendwann gingen dann aber die ersten Leute über die Mauer und sofort bildeten die Bullen eine Kette. Natürlich kamen nun immer mehr Leute auf den Platz, aber alles friedlich und nur zum Feiern. Das man im Nachhinein erfahren muss, dass ein HB sich mit verschissener Hose während eines Interviews verpisst ist auch wieder ein Witz. Ein Bruno Hübner sprang später mitten in die Menge und ließ sich hochleben. Gleichzeitg wurde auch eine Bullenkette vor dem Aachener Block gebildet, da die Aachener natürlich mehr als angepisst waren. Sie versuchten dann später auch zu uns rüber zu kommen, aber alles nichts wildes. Auf dem Platz wurde währenddessen frenetisch gefeiert. Die Mannschaft, welche sich auch erstmal verpisst hatte, kam dann auch nochmal auf den Platz um sich feiern zu lassen.

Zum angerichteten Schaden: Natürlich wurde Rasen rausgerissen und mitgenommen. Es ist auch richtig, dass sich Leute auf das Tor setzten, bzw. sich dran hängten und dieses dann zu Bruch ging. Ob man dies gut heißt ist wieder eine andere Sache, aber es war alles viel viel harmloser als teilweise beschrieben. Zu den dutzenden „rausgerissenen“ Sitzschalen sei gesagt, dass diese Sitzschalen der größte Witz waren. Sogar unter Steve ist eine zerbrochen, als er draufgestiegen ist. Ich behaupte jetzt mal, dass 90 % der Sitze schon während dem Spiel beim Support kaputt gingen, da ja der komplette Sitzbereich stand und das zum Großteil natürlich auf den Sitzen. Aber es gibt natürlich bessere Quote von Randalierern als von Feiernden zu schreiben. Affen! Genauso die Höhe des Schadens ist Utopie. Wenn man wirklich grob rechnet, kommt man evtl. auf 15-20000 Euro. Aber warum bei eigenem Abstieg sich noch ein wenig bereichern….

Ein paar von uns waren auch auf dem Platz, Steebo, Mathias, Alfred und ich standen im Block, und begutachteten die Feier und feierten natürlich auch. Weiterhin alles Gänsehautfeeling.

Dies änderte sich schlagartig, als mein Handy klingelte und mir Kay mitteilte, wir sollen sofort an den 9ner kommen, die Aachener hätten die Scheibe eingeworfen. Also nix wie raus. Auf dem Weg zum Parkplatz schon drüber nachgedacht, was wir wohl machen, wenn es die Frontscheibe sein sollte. Am Bus angekommen erstmal durchatmen, dass es „nur“ die Seitenscheibe war. Großer Auflauf vorm Bus und auch die Bullerei war schon vor Ort und „interviewte“ ein paar Leute. Später stellte sich heraus, dass Aachener von außerhalb mit einer Flasche auf Eintrachtler warfen, die leider vor unserem Bus standen. Diese Flasche traf dann leider unsere Scheibe… Danke ihr Penner!

Aber ein ernstgemeinter Dank geht an alle, die uns in dieser Situation geholfen haben. Die Busfahrer von Lena´s Fanclub kümmerten sich um die Komplettentglasung, sowie dann um die Verdichtung. Die Mittel zur Verdichtung bekamen wir teilweise auch von diesem Fanclub und auch die UF stellte uns eine komplette Rolle Panzertape zur Verfügung. Wie gesagt: VIELEN VIELEN DANK für die Hilfe! FFM hält halt doch zusammen!

Nachdem wir alles mit der Bullerei geklärt hatten und das Loch gestopft war, begaben wir uns auf den Heimweg. Leider hielt das Provisorium nicht lange und so hatten wir nach ca. 20km Fahrt ein großes Belüftungsloch in der Seite. Am nächsten Rastplatz hofften wir auf den Verkauf von Panzertape in der Tanke und siehe da, wir wurden fündig. Mit 5 Rollen also das Loch komplett zugepappt und  darauf gehofft, dass es halten würde. Dies tat es dann auch bis kurz vor der Heimat. Allerdings bei einer Höchstgeschwindigkeit von 80-90 km/h. So wurde die Rückfahrt, welche anfangs noch ganz lustig war und am Ende natürlich von den meisten schlafend verbracht wurde, eine langwierige Sache.

Um 3:30 Uhr waren wir wieder in Kleinostheim. Ich fuhr dann noch Mathias und Alfred heim, ehe ich mich nach einer Dusche direkt auf die Arbeit begab. So endete ein geiler Tag für mich eigentlich gar nicht.

Naja, um 11:00 Uhr hatte ich dann meine Arbeit erledigt und auch die Koffeintabletten halfen nix mehr. Ab ins Bett und vom Europapokal geträumt…..
Teddy

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.