27. Spieltag: Borussia Mönchengladbach – Eintracht Frankfurt

Freitag 30.03.07
Roda Kerkrade – FC Groningen
Zuschauer: 14221
Endstand: 0-1

  Samstag 31.03.07
Borussia Mönchengladbach – Eintracht Frankfurt
Zuschauer: 53000
Endstand: 1-1

  Samstag 31.03.07
Standard Lüttich – KSK Beveren
Zuschauer: ca. 22000
Endstand: 0-0


„Der Begriff Groundhopping setzt sich aus den beiden Wörtern Ground und Hopping zusammen und erlangte erstmals Ende der 1980er Jahre unter Fußballfans einen gewissen Bekanntheitsgrad. Trotzdem finden Groundhopping und/oder Groundhopper bislang in keinem Duden oder Wörterbuch Erwähnung. Ground bedeutet wörtlich aus dem Englischen übersetzt: Grund, Boden, Erde oder Gebiet. Umgangssprachlich wird dieser Ausdruck im Vereinigten Königreich aber auch für die Spielstätte eines Sportvereins benutzt. Der Begriff hat sich mittlerweile auch im deutschsprachigen Raum als Synonym für Stadion eingebürgert. Hoppen oder to hop heißt hüpfen. Ein Groundhopper zieht von Stadion zu Stadion mit dem Ziel, durch Spielbesuche sein Konto an Ground- und Länderpunkten zu erhöhen und möglichst viele unterschiedliche Sporthallen oder -stadien zu besuchen.“

Auch in unseren Reihen gibt es ein paar Leute, die gerne mal – wenn sich mal die Gelegenheit ergibt – einen neuen Ground „machen“! Diese Gelegenheit bietet sich natürlich super bei einem Spiel in Mönchengladbach, da man von Gladbach sehr schnell in Belgien oder Holland ist. Unser Flori war eigentlich der Initiator dieser Hoppingtour. Er kümmerte sich auch im vorhinein um mögliche Begegnungen und dann um die Kartenfrage. Als irgendwann mal feststand, dass die Eintracht Samstags bei der Borussia anzutreten hatte, konnten wir uns um alles weitere kümmern. Mittlerweile waren auch die Mitfahrer gefunden, und eine Busbesatzung von 8 Mann stand fest: Trucker, Mr. Jats., Steebo, Aufkleber-Matze, Flori, Zwicko, Hin oder Her- Schulze und ich! Die Partien waren auch schnell ausgesucht: Freitags hatte Roda Kerkrade die Ehre uns zu begrüßen, welche gegen den FC Groningen spielen sollten, und Samstagabends wollten wir die belgische Stadt Lüttich besuchen, wo Standard den KSK Beveren zu Gast hatte! Flori klärte alles mit den Karten (in Kerkrade wurden sie uns hinterlegt, und in Lüttich wäre es kein Problem vor Ort welche zu erstehen) und ich buchte in Heerlen (5 km von Kerkrade entfernt) ein Hotel!

So konnte es also losgehen! Am 30.03. um 13.30 Uhr standen 7 sensationsgeile vor meiner Tür und die Fahrt begann! Die Hinfahrt verlief sehr ereignislos, außer dass über dieses und jenes gelabert und viel gelacht wurde. Auf einer kurzen Rast an einer Tankstelle wurde erstmal eine Runde Fussball gespielt und die Umwelt mit diversen Aufklebern verschönert!
Da wir, trotz Freitagnachmittag und Ferienanfang, super durchkamen, waren wir bereits um kurz nach 16.00 Uhr in Kerkrade. Dank Steebo´s Handy fanden wir auch schnell unser Hotel. Steebo und ich wollten das Check`in klären, doch die Pforten des Hotels waren verschlossen! Na klasse! War doch wieder vorher bekannt geworden, dass die CAB on Tour sind! Naja, durch kurze Nachfrage im nebenliegenden Irish Pub, fanden wir heraus, dass die Rezeption für unser Hotel ans Best Western Hotel angeschlossen ist, welches sich ca. 500m entfernt befand! Dort bekamen wir dann ohne weitere Probleme unsere Zimmerschlüssel(-karten) und wir konnten selbige beziehen! Also ein wirklich schönes Hotel für schlappen Preis (50 € das DZ inkl. Frühstück)!

So nun nahm alles seinen Lauf. Bevor wir aber ins Stadion fuhren, wollten wir uns noch etwas stärken. Doktor Schulze hatte auf dem Hinweg unweit vom Hotel eine Pizzeria entdeckt, die wir auch dann enterten. Doch leider war diese marokkanische Dönerbude (in der es auch Pizza gab) ein großer Reinfall! Erstens gab es kein Bier und zweitens hat das Essen nicht geschmeckt! Irgendwann wurde es dann Zeit und Flori wollte dem Marokk klarmachen, dass er ein Taxi bestellen sollte. Auf mehrmaliges „Entschuldigen Sie“ reagierte der Pizzabäcker nicht, also brüllte unser Blondschopf quer durch die Kneipe: „Achtung“! Darauf hörte er und rief uns auch ein Taxi! Allerdings ließ die Kutsche etwas auf sich warten. Nach ner Weile kam dann ein Busjen vorgefahren und ließ einen Mann aussteigen, als wir einsteigen wollten, meinte der Typ, dass er noch nicht für uns da wäre, er bräuchte noch ein paar Minuten. Also weiter warten! Die Zeit verstrich, aber es kam die Zeit, in der wir dann auch endlich in dem Taxi saßen, welches uns nach Kerkrade ans Stadion bringen sollte! 10 Minuten später standen wir dann vorm Parkstad Limburg Stadion zu Kerkrade, wo schon reges Treiben herrschte!

Wir begaben uns dann auf die Suche nach dem Ticketschalter, wo wir unsre hinterlegten Tickets bekommen sollten! Dieser wurde auch relativ schnell gefunden, und Monique übergab Flori unsre Karten! Für schlappe 12 Euro Sitzplatz auf der Hintertortribüne!

Nachdem wir uns noch mit Pay-Blöd-Karten (ja auch hier hat der Kommerz Einzug gehalten) ausgestattet hatten und jeder von uns ein Bier in den Händen hielt, betraten wir das Stadion.
Es sieht der Leverkusener GayArena ziemlich ähnlich. Sehr klein und eng, alles Sitzplätze usw. Nur die Flutlichtmasten machen was her, da sie sehr schräg ins Stadion hineinragen! Sieht schon cool aus!
Irgendwann begann dann auch das Spiel. Zum Intro gab es eigentlich nichts zu sehen, ein paar Fahnen auf der anderen Hintertortribüne, wo die Kerkrade Ultras standen, aber nichts Besonderes. Sehr enttäuscht waren wir vom Gästeanhang, der es noch nicht einmal schaffte, einen Bus zu füllen! So verirrten sich vielleicht 35 Hanseln im Gästeblock. Allerdings konnte man sie während des Spiels ab und an mal akustisch vernehmen, da vom Heimpublikum so gut wie gar nichts kam! Ab und zu sangen die ca. 50 schwarzen Kerle hinter dem Banner „Casuals Kerkrade“ mal etwas! Aber wirklich tote Hose, da ist in WOB mehr los!
Auch fußballerisch war es eher Magerkost, was wir geboten bekamen. Ich würde sagen, da hab ich bei den Amas schon wesentlich schönere Spiele in der OL gesehen. Kerkrade war ziemlich überlegen, Groningen beschränkte sich aufs Kontern. Mitte der ersten Hälfte war dann nach einem Rumgestochere im Strafraum der Ball plötzlich hinter der Torlinie. Das Stadion, sowie die Kerkrader Spieler jubelten und die Groninger Spieler waren schon auf dem Weg zum Wiederanstoss, als der Schiri plötzlich bemerkte, dass der Linienrichter was dagegen hatte, dass es ab jetzt 1:0 steht. Der Linienrichter stellte sich auf den Standpunkt, dass der Ball nicht im Tor gewesen sein sollte. Allerdings hatte JEDER im Stadion gesehen, dass der Ball min. einen halben Meter hinter der Torlinie war. Nun ging endlich mal die Lautstärke im Ground nach oben und auch auf dem Platz war jetzt mehr Hass im Spiel. Dies wurde noch bestärkt, als ca. 5 Minuten später Groningen aus dem Nichts mit 1:0 in Führung ging. Von nun an war Roda nur noch am Drücker, aber versiebte ihre Chancen allesamt kläglich. So dass es am Ende beim 0:1 blieb. Groningen hätte sogar nach ein paar gefährlichen Kontern noch erhöhen können!

Nachdem wir noch ein paar Gruppenfotos von uns machen ließen, verließen wir den Block, und verballerten am Getränkestand unser restliches Plastikgeld!

Bis hierher muss mal angemerkt werden, dass wir nur positiven Kontakt mit Einheimischen hatten. Alle sehr freundlich und nett!

Nun begaben wir uns auf den Weg zu der Stelle, wo wir vor dem Spiel vom Taxifahrer rausgeschmissen wurden, denn wir wollten wieder von ihm abgeholt werden. Wir hatten uns von ihm ne Karte geben lassen, und riefen ihn jetzt an. Eine halbe Stunde später wollte er uns dann abholen. Nach mehreren Anrufen, kam er dann ne gute Stunde später und lud uns ins Taxi. In der Zwischenzeit standen wir halt dumm rum. Schon irgendwie ein blödes Gefühl, wenn man mit einer 8köpfigen deutschen Gruppe mitten in einem Industriegebiet steht, nähe Stadion und das in Holland! Ein paar zwilichte Gestalten musterten uns auch, aber wir blieben verschont. Zwischendurch wurden wir noch von einem total besoffenen Holländer aus D(S)impelfeld belustigt, welcher uns in lallendem höllandisch-deutsch so einige Geschichten erzählte.

Irgendwann standen wir dann wieder vor unserem Hotel. Ans Hotel angschlossen, befand sich – wie bereits erwähnt – ein Irish Pub, in das wir sogleich stürmten, um unsere trockenen Kehlen zu spülen. Die nächsten drei Stunden gehören eigentlich unter den Mantel des Schweigens, aber so ganz im Dunkeln lass ich euch dann mal doch nicht stehen. Es war auf jeden Fall sehr lustig. Von vielen Gesprächen mit Einheimischen (auch Kerkrade-Fans), über Striptease-Einlagen bis hin zu Oberkörperfrei-Tanzaktionen war alles geboten. Wir schafften es mal wieder, dass wir die Hauptattraktion in dem Pub waren. Und das in Holland!!! Auch die Bedienungen waren von uns sehr angetan. Die eine lief nach Flori´s Striptease den Rest der Nacht in dessen Pulli rum, und trank auch mal nen Whiskey mit uns! Um 03.00 Uhr war dann leider Schluss mit lustig, da die Sperrstunde erreicht war! Wir wurden noch um 260 Euro erleichtert und verließen dann das Pub. Ein holländischer Freak, der mit uns gesoffen hatte, bot uns sogar an, noch mit zu ihm zu gehen. Aber das wurde dankend abgelehnt. Steebo und ich entschlossen uns auf unser Zimmer zu gehen, während der Rest noch eine Runde lief, auf der Suche nach ner Nacktbar! Auf dem Weg zum Zimmer, testete Steebo erstmal mit seinem Schädel die Festigkeit der Aufzugtüre! Eine Viertelstunde später klopfte es an unsere Tür, da keine Nacktbar gefunden wurde. So gingen wir noch zum Schulze und Mathias ins Zimmer um noch ein Betthupferl zu uns zu nehmen. Dieses war dann auch bald vernichtet, so dass wir gut betrunken in unsere Betten fielen. Aber nicht alle! Zwicko konnte nicht in sein Zimmer, weil Genosse Flo nichtsmehrpeilend die Tür zu gemacht hatte! Nach ner halbstündigen Klopf- und Schreiorgie, welche nichts brachte, marschierte unser Wahl-Ossi zur Rezeption, um sich eine zweite Karte geben zu lassen. Doch leider brachte auch das nichts, da unser schlafender Held sogar abgeschlossen hatte. Der Mann brauch halt seine Ruhe! Also wieder in die Rezeption gedabbt und nach nem Schlüssel fürs Schloss gefragt. Aber der wurde ihm nicht ausgehändigt. Also zurück und weitergeklopft! Keine Chance! Der Flo lag klinisch tot im Bett und bekam von alledem nichts mit. Glücklicherweise bemerkte Zwicko dann, dass ein anderes Hotelzimmer offen stand, welches ungenutzt war – von nun an halt nicht mehr!

Am nächsten Morgen wurde erstmal ausgiebig gebadet! Ja gebadet! Wir hatten fette Badewannen in unseren Zimmern! So erfrischt ging es dann wieder ins Irish Pub! Nein wir sind nicht alkoholkrank, dort gab es das Frühstück! Frisch gestärkt, hatten wir noch ne Stunde Zeit, bis wir die Zimmer räumen mussten, Steebo und ich legten uns nochmal hin, während der Rest einen kleinen Spaziergang durch die Fussgängerzone machten, wobei die Bouve fast beim stäile erwischt worden wären! Zumindest dachte das wohl ein Wachmann!

Um 12.00 Uhr ging es dann mit Flo am Steuer!!! (wir sind schon sehr lebensmüde!) auf Richtung Gladbach, welches wir ne knappe Stunde später erreichten! Das nächste Problem, war einen Parkplatz zu finden. Es gibt zwar zigtausende Parkplätze rund um den Borussen Park, doch dazu benötigt man überall einen Parkausweis! Frechheit! Aber nicht mit den Chaos-Calimeros! Wir diskutierten mit einem Ornder, der uns erklären wollte, dass wir wieder zurück auf die Autobahn mussten…, als er kurz abgelenkt wurde, ergriffen wir die Chance und fuhren an ihm vorbei auf den Parkplatz! Geschafft! Wir parkten direkt vor dem Hockey-Stadion, was genau neben dem Borussen-Park steht. Und nein Flo und Kai, es ist nicht der alte Bökelberg, welcher zu einem Hockeystadion umgebaut wurde!

Es wurde sogar gerade Hockey gespielt. Wir schauten eine Weile zu, ehe wir Richtung Stadion aufbrachen. Dort angekommen, liefen uns schon die Leute aus dem anderen 9ner entgegen. (eine weitere Crew von 9 Leuten (Flecko – danke für den Bus -, Kathrin, Simon, Kai, Jens W., Julia, Jens Schrankenwärter, Robert und Tirreg) begab sich auch auf den Weg nach Gladbach, halt ohne hoppen) Es wurde erstmal viel erzählt, natürlich am meisten von unserem Pub-Besuch am Vorabend! Dann ging es ins Stadion, wo sich erstmal gestärkt wurde. Allerdings war die Wurst sehr scheiße! Noch einige Zeit vorm Block rumgegammelt, bis wir dann rein sind.

Bis zum Anpfiff füllte sich das Stadion komplett, wovon ca. 5000 Frankfurter dabei waren! Zum Intro gab es auf Frankfurter Seite mal wieder einige DH´s, sowie kleine und große Schwenker (Lob an Gladbach: es war alles erlaubt!), auf Borussen-Seite sah man im ganzen Stadion Zettel mit der Aufschrift „ein Team“ und die Fankurve präsentierte eine etwas misslungene Zettelchoreo (man konnte nur sehr schwer erkennen, das auch die Zettel „ein Team“ ergaben) zwischen Ober- und Unterrang wurde eine Folie mit der Aufschrift „ein Ziel“ übergezogen! Die Stimmung war am Anfang auf beiden Seiten sehr gut.

Die Gladbacher, für welche es ein „Endspiel“ war, machten von Beginn an Druck, und hatten durch Jansen auch eine Riesenchance, doch der Ball klatschte nur an die Latte! In der 11. Minute konnte dann aber der Gästeblock zum gemeinsamen Ausrasten ansetzen, denn Kyrgiakos hatte mal wieder eine Streit-Ecke ins Tor gewuchtet! Jawohl, mit einem Sieg hier, schießen wir nicht nur die Borussen so gut wie in die 2. Liga, sondern können uns auch gewaltig von den Abstiegsrängen absetzen! Aber nach dem Tor, ging mal wieder nichts nach vorne. Gladbach immer am Drücker, zwar konnten sie keine wirklich große Chance herausspielen, aber wir verstanden es nicht, mal ein paar gefährliche Konter zu setzen!
Mitte der zweiten Hälfte kam dann Heller für Thurk, und wir hofften, dass er mal ein paar Akzente nach vorne setzen konnte. Ca. ab der 60. Minute konnte Nikolov keine Abstöße mehr machen, was also von nun an ein Abwehrspieler übernahm. Irgendwann dauerte es dem Schiri zu lange, und er gab Kyrgiakos für Zeitspiel die gelbe Karte! In der 80. Minute kam unser Abwehr-Grieche an der Seitenlinie in einen Zweikampf. Meiner Meinung nach ein Allerweltsfoul, doch Mr. Kinhöfer sah das anders, und stellte die Nummer 27 vom Platz! Oh Mann! Die letzten 10 Minuten mit einem Mann weniger. Wir müssen es trotzdem mal schaffen, eine Führung über die Zeit zu retten (ich erinnere nur ungern an WOB, LEV und Nürnberg). Doch es kam natürlich wie gewohnt: In der 90. Minute! köpfte Insua den Ausgleich! Stadion – bis auf den Gästeblock natürlich – stand Kopf! Dieses scheiß Scooterlied bollerte aus den Lautsprechern und wir standen wieder mit (fast) leeren Händen da! Als dann auch noch angezeigt wurde, dass 5!!! Minuten nachgespielt werden würde, befürchteten wir sogar noch zu verlieren. Allerdings hatten auch wir noch zwei große Möglickeiten doch noch als Sieger vom Platz zu gehen. Doch Heller und vor allem Fink scheiterten an Keller! Auf der Gegenseite bewahrte uns Nikolov vor einer Niederlage! In der 98. Minute pfiff Kinhöfer dann ab! Schluss, Aus! Wieder nur ein Punkt. Hilft uns halt mal gar nicht weiter! Noch 2 Punkte vor den Abstiegsplätzen. Gegen Cottbus muss jetzt unbedingt gewonnen werden! Naja, wir werden sehen!

Also mit dickem Hals schnellstens den Block verlassen, denn wir hatten ja noch was vor. Eigentlich hatten die meisten zwar keinen Bock mehr, noch nach Lüttich zu fahren, doch da wir super schnell auf der Autobahn waren, schlugen wir halt doch das Lenkrad Richtung Belgien! Die Strecke wurde von Mr. Jats bewältigt. Steebo saß am Navi, also konnte nichts schief gehen! Ne Stunde später standen wir auf dem Parkplatz in der wohl hässlichsten Stadt, die ich je gesehen hab (ja auch Dresden und Essen sind schöner!!!). Alles grau in grau, Smog über der Stadt, Straßen und Häuser kaputt, überall Schornsteine usw.
Geschätzte 15 km Fußmarsch mussten wir bis zum Stadion bewältigen, wo erst mal die Kartenfrage geklärt werden musste. Wir fanden ziemlich schnell einen Kartenschalter, doch konnte der Mann hinter der Scheibe keinen Brocken Englisch, geschweige denn Deutsch! Aber irgendwie packte es Flori dann doch ihm klar zu machen, dass wir 8 Karten benötigten. 16 Euro später standen wir dann am Treppenaufgang zum 3. Rang der Hintertortribüne des Stade Maurice Dufrasne oder Stade Sclessin (nach dem Stadtteil)! Die steilen Treppen wollten irgendwie nie enden, aber wir schafften dann doch den Aufstieg. Dafür war der Anblick dann umso schöner! Ein wirklich geiles Stadion. Noch mit Flair und Charme alter Tage. Auch wenn es zur EM 2000 modernisiert wurde, macht es keinen „Arena“-Eindruck. Auf der einen Seite eine zweirangige Gegengerade, mit Viplogen in der Mitte, der Rest vom Stadion ist sausteil und dreirangig. In den zwei Kurven von Haupttribüne zu den jeweiligen Hintertortribünen ist nur der oberste Rang verbunden. Sieht etwas komisch aus, hat aber irgendwie was! Im Gästeblock verirrten sich ca. 100 Mann aus Beveren, die wie der Rest des Stadions beim Einlaufen der Mannschaften mit dutzenden Klorollen umherwarfen! Von Lüttich gibt es zwei Fanblöcke! Einen neben dem Gästeblock, und einen genau gegenüber! Es wurde zwar durchgehend gesungen, aber wirklich gute Stimmung kam nicht auf! Lag vielleicht auch an dem mäßigen Spiel. 3. (Lüttich) gegen 17. (Beveren) und wir sahen ein trostloses 0:0! Typisch! Also nach den zwei Spielen in Holland und Belgien, mussten wir feststellen, dass wir fussballerisch in Deutschland verwöhnt werden! Teilweise derbster Rumpelfußball, was in Benelux geboten wird!

Nach Abpfiff ging es dann schnurstracks an den Bus, um die Heimreise anzutreten. Die erste Strecke fuhr ich, den Rest der Steebo. Nach Aufenthalt im Burger King in Ransbach ( das King Wing Bäumchen wächst und gedeit), in dem wir kurzerhand eine Stadionverbotsecke einrichteten, kamen wir um 02.00 Uhr wieder in Kleinostheim an!

Eine wirklich gelungene Tour, die nach Wiederholung schreit!

Euer Teddy

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