2. Liga Deutschland: Osnabrück – Oxxenbach

Sonntag, 18.05.2008

VfL Osnabrück – Kickers Oxxenbach

Endstand: 3 – 0

Zuschauer: 12.300 (ausverkauft)


Ende 2007 telefonierte ich mal wieder mit Tim. Tim ist ein Mitarbeiter einer Spedition in Osnabrück, mit dem ich fast täglich telefonisch zu tun hatte. So wussten wir natürlich auch von der jeweiligen Fussballbegeisterung des anderen. Er meinte, wir sollten doch mal nach Osnabrück kommen. Ich antwortete ihm, dass wir kommen, wenn die Oxxenbacher beim Vfl spielen würden. Gesagt getan! Er organisierte gleich bei Vorverkaufsstart die Karten. Denn das Spiel war am letzten Spieltag der Saison und da zu diesem Zeitpunkt nur 12300 Zuschauer ins Stadion an der Bremer Brücke passen würden, war es erforderlich schnellstmöglich die Karten zu ordern! Über die Monate war ich immer wieder meine Kollegen in A´burg am frotzeln, dass ich live beim Abstieg der Kickers dabei sein werde, da der Ex-Eintrachtler Reichenberger ihnen den Gnadenstoß versetzen würde.

Und wie es der Zufall will, war es das für mich ersehnte Abstiegsendspiel! Beide Mannschaften konnten noch absteigen, was Hoffnung auf eine aufregende Tour machte!

Da die Eintracht ja bekanntermaßen ihre Saison in den Mülleimer gekickt hat, verzichteten Steebo und ich auf das letzte Heimspiel und waren schon am Samstag den 17.05. auf dem Weg nach Osnabrück! Mit dabei noch mein Ex-Kollege Lars (seines Zeichens Kickersfan), der Tim auch gut kannte.

Bei Sonnenschein und knapp 20 Grad begann die Tour um 10 Uhr morgens in Kleinostheim. Nach gut einer Stunde Fahrtzeit fiel die Temparatur um 5 Grad und es schüttete unentwegt (teilweise so sehr, dass man keine fünf Meter weit schauen konnte). Na klasse! Die anderen sitzen am Waldstadion und grillen bei schönstem Wetter und wir Idioten fahren im Regen nach Osnabrück. Aber es konnte ja nur besser werden!

Nach einem kurzen Aufenthalt in Dillenburg, wo wir noch einen Kasten Äppler für Tim besorgten (der arme Kerl ist wirklich noch nie in den Genuss von Äppelwoi gekommen), kamen wir nach 3,5 Stunden Fahrtzeit endlich in Bad Iburg (Wohnort von Tim) an.

Kurz begrüßt und dann ging´s in unsere Unterkunft, die uns Tim netterweise besorgt hatte. Allerdings hätten wir nie mit so einer Luxussuite gerechnet! Da er nämlich nebenbei noch im Kurhotel des Ortes arbeitet, besorgte er uns für einen Spottpreis das beste Zimmer dort. Eigentlich waren es sogar zwei Zimmer: Eine Lounge mit Ledercouch und Fernseher und ein Schlafgemach! Saugeil!

Schnell frisch gemacht und ab gings in die Osnabrücker Innenstadt (ca. 15km). Dort stand dann Fussballgucken auf dem Programm. In einer wirklich sehenswerten Kneipe (Einrichtung, Getränkeauswahl und Preise 1A) schauten wir uns den letzten BuLi-Spieltag an. Hier kamen dann noch Klaus und Vera hinzu, welches beide Kollegen von Tim sind und mit uns den Abend verbringen sollten.

Um 18.00 Uhr ging es dann schon gut angeheitert durch den Osnabrücker Dauerregen quer durch die Einkaufspassagen Richtung Altstadt. Dort war in einer Brauereikneipe (Name leider vergessen) ein Tisch für uns reserviert, in der wir uns dann gutes Bier und leckeres Essen schmecken ließen. Hier stießen dann noch Björn und seine Freundin von unserer Niederlassung in Neuss hinzu, die zufällig in der Nähe Urlaub machten. Nach einigen Stunden Dummgebabbel wollte uns Tim in den Alpenmax (vergleichbar mit Apfelbaum) schleifen, wohin wir kurz darauf unterwegs waren. Allerdings hatte der Türsteher wohl was gegen uns, denn wir kamen nicht rein! Tja, wie das halt so ist, wenn man schon 7 Stunden Suff hinter sich hat. Dann ging´s weiter Richtung „kleine Freiheit“ (vergleichbar mit Colos Saal), wo wir ohne Problem reinkamen (sau geil der Eingang – man geht durch einen alten Linienbus in den Club) und bei kühlem Astra einer Nachwuchsband lauschen konnten. Hier endete dann für die meisten von uns der Abend. Nur Lars und Tim wollten unbedingt nochmal ihr Glück beim Alpenmax probieren. Sie kamen aber wieder nicht rein und gingen dann in eine andere Disco bis sie auch irgendwann platt waren.

Derweil waren Steebo und ich schon per Taxi nach Bad Iburg in unser Hotel gefahren.

Am nächsten Morgen aufgewacht fiel erstmal auf, dass Lars ja gar nicht da war. Er kam nämlich nachts ohne uns nicht mehr ins Hotel und musste deshalb beim Tim übernächtigen.

Nachdem wir gefrühstückt hatten, ging es mit dem Auto nach Osnabrück. Lars und Tim war die Anspannung schon anzumerken.

Um kurz vor 12 waren wir dann am Stadion angekommen (mitten im Wohngebiet – sehr geil!), wo schon sehr viel los war. Es stand halt heute einiges auf dem Spiel.

Bei schönem Wetter saßen wir vor der Haupttribüne an einem Bierstand und ließen uns Bierchen und Würstchen schmecken (alles wirklich lecker und sehr günstig – keine Aramark-Rotze).

Irgendwann entdeckten wir Michael Sternkopf und eine 3köpfige Begleitercrew, die sich auch eine Wurst reinschoben. Auf meine Frage, ob denn die Abstiegswurst schmecken würde, lächelte Sternkopf nur blöd!

In Osnabrück ist man halt wirklich nah am Geschehen. Sogar die Mannschaft muss durch die Leute vor der Tribüne durchgehen, um in die Katakomben zu gelangen. Ein weiteres Highlight waren die Spielerfrauen der Kickersakteure, die auch auf dem Vorplatz rumstanden. Würde mich nicht wundern, wenn sie gefragt wurden was „ES“ denn kosten würde. Waren schon alles aufgedackelte Schneckchen, die sich für was Besseres hielten. Allerdings waren Sie in den Trikots ihrer jeweiligen Männer nicht gerade sehr fein gekleidet!

Irgendwann war es dann an der Zeit, das Stadion zu entern. Absolut keine Körperkontrolle verwunderten dann doch etwas bei so einem brisanten Spiel! Wir hatten Karten für die Hintertortribüne, auf der sich auch der Gästeblock befindet. Deshalb sahen und hörten wir leider nichts vom Gästeanhang, daher auch kein Kommentar von mir hierzu! Auch auf dieser Tribüne befindet sich die „Joe Enochs – Kindertribüne“! Ein kompletter Block, der bei jedem Spiel für ca. 200 Kinder reserviert ist, die kurz vor Spielbeginn über das Spielfeld in diesen Block geführt werden. Sehr lächerlich!

Schon weit vorm Spiel war das Stadion brechend voll und die Stimmung am kochen. Eigentlich vermisse ich ja diese „Endspiele“ bei der Eintracht ein wenig.

Punkt 14.00 Uhr liefen die beiden Mannschaften ein und ein kampfbetontes Spiel begann, in dem Osnabrück sofort das Heft in die Hand nahm! In der 36. Minute wurden die Bemühungen der Lila-Weißen belohnt und sie gingen verdient mit 1:0 in Führung! Ein wahnsinniger Torjubel folgte und die vorher sehr angespannte Stimmung stieg merklich! Lars neben mir wurde immer kleinlauter, vor allem weil es in Kaiserslautern immer noch 0:0 stand und ein Tor von den Teufeln den Kickers den Todesstoß versetzen würde! (Netterweise wurde ich von Kathrin per SMS mit Spielständen versorgt – Danke!)

Mit 1:0 ging es auch in die Pause. Von den Offenbachern war bis hier hin nicht zu sehen, dass sie sich gegen die drohende Niederlage wehren würden! Allerdings lagen sie in der Halbzeit ja auch noch über dem Strich!

Tim meinte noch, dass ein schnelles Tor in der 2. Halbzeit sehr gut für Osna wäre und 12 Minuten nach Wiederanpfiff war es dann soweit und das 2:0 fiel. Bei diesem sehenswerten Schuss aus weiter Entfernung war auch Cesar Thier (machte sein letztes Spiel) machtlos, der vorher einige Hochkaräter zunichte gemacht hatte! Kurz darauf ging Augsburg gegen Jena in Führung. Nun fehlte nur noch ein Tor der Pfälzer und der nicht für möglich geglaubte Offenbacher Abstieg wäre besiegelt. Diese Gelegenheit ließ ich mir natürlich nicht entgehen und schrieb mir selber eine SMS mit dem Inhalt: „1:0 für Lautern…“ und zeigte sie Lars. Kurz wich ihm sämtliche Farbe aus dem Gesicht, aber er realisierte alsbald, dass ich ihn verarscht hatte. Aber witzig fand er es natürlich nicht. Aber nur wenige Minuten später kam diese ominöse SMS wirklich auf meinem Handy an und Lars brach fast zusammen!

Ich sah auch, wie ein Premiere-Mann dem Kickers-Trainer Andersen den Spielstand aus Lautern mitteilte. Doch auch dessen Anweisungen an sein Team halfen nichts! Null Aufbäumen! Stattdessen machte Osnabrück mit dem 3:0 alles klar, was auf den Rängen pure Ekstase auslöste! Aus Lautern bekamen wir dann noch das 2:0 und 3:0 gemeldet. Jetzt lag für die Offenbacher alle Hoffnung auf Jena, die in Augsburg bereits ausgleichen konnten und mit einem Siegtor die Puppenkistler in die 3. Liga schießen konnten. Dies passierte allerdings nicht mehr und so war nach Abpfiff klar, dass die Offenbacher nächste Saison 2 Klassen unter der Eintracht spielen würden.

Aus dem Gästeblock, welcher schon kurz vor Abpfiff von der Staatsmacht umstellt wurde, kamen natürlich etliche Unmutsbekundungen, während im Rest des STadions der Bär tobte. Die Aufforderung des Stadionsprechers, dass die Leute auf den Rängen bleiben sollten, war für die Katz! Sofort bei Abpfiff strömten die Massen aufs Spielfeld und kurze Zeit später wurden dann auch die Tore geöffnet und die Party konnte beginnen.

Natürlich versuchten auch einige Osna´s die Offenbacher zu provozieren, doch die Polizei konnte sie weit genug vom GB weg halten. Nach wenigen Minuten war fast der ganze Stadioninhalt auf dem Rasen und feierte ausgelassen (auch einiges an Pyro war im Einsatz – sehr schön!!!)

Wir nutzten die Gelegenheit und machten uns nach kurzer Verabschiedung bei Tim aus dem Staub. So kamen wir wenigstens gut aus der Stadt und waren nach gerade mal 2 Std 20 Min. wieder in Kleinostheim!

Ein wirklich schöner Wochenendausflug. Und ein „Endspiel“ war auch mal wieder schön, auch wenn man gefühlsmäßig nicht beteiligt war. Danke an Tim für die ganze Orga! Gruß an alle, die dabei waren!

Über den Abstieg der Offenbacher kann man geteilter Meinung sein! Zum einen ist es schön, dass seinem Hassgegner schlechtes widerfährt, zum anderen ist es schade, dass ein weiterer Tradi-Verein in den Niederungen verschwindet (ich glaube nicht, dass die Kickers so schnell wieder aufsteigen), wenn zeitgleich so Vereine wie Wehen, Hoffenheim, Wolfsburg usw. die Profiligen bevölkern!

Gez. Teddy

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